Großfamilie Gemeinsamer Urlaub ist wichtig

Bürgermeister Klaus Bohl (2. von rechts) gratuliert Daniel und Kristin Kallenbach zur Geburt ihres sechsten Kindes Milan. Zur Familie gehören außerdem Oskar, Jonas, Tilda, Amandus und Niklas (von linke) Foto:  

Kristin und Daniel Kallenbach haben mit dem kleinen Milan ihr sechstes Kind bekommen. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow übernimmt die Patenschaft.

Kristin und Daniel Kallenbach aus Langenfeld sind stolz auf ihre Kinder: In bunten Buchstaben prangen die Namen der fünf Jungs und des einen Mädchens auf dem kleinen Familienauto. Da passt die achtköpfige Familie natürlich nicht komplett rein. Ein zweites Auto steht auf dem Hof. Hier stolziert auch ein schwarzer Kater – eines der vier Haustiere – entlang, um sich von den Besuchern streicheln zu lassen. Auf die Besucher – genauer gesagt den Bürgermeister und die Presse – wartet auch die Kinderschar. Aufgeregt begrüßen die Jüngsten Klaus Bohl (Freie Wähler), der der Familie persönlich zur Geburt ihres sechsten Kindes gratulieren will. Und er bringt eine Überraschung mit: Wenn die Familie es möchte, dann übernimmt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) die Patenschaft für den kleinen Milan. „Wir nehmen das Angebot natürlich an“, freut sich Papa Daniel.

Der kleine Milan, gerade mal fünf Monate alt, verfolgt den Trubel in der großen, durch den Holzofen kuschelig warmen Küche. Sicher auf dem Arm des Papas schaut er mit großen Augen zu, wie der Bürgermeister Gutscheine und ein kleines Salinchen überreicht. „Ich freue mich, dass es in Langenfeld eine Familie mit so vielen Kindern gibt.“ Denn heute, so Klaus Bohl, gebe es immer weniger Familien, die sich für mehrere Kinder entscheiden. Die Kallenbachs sind eine Ausnahme. Sie umsorgen Niklas (14 Jahre), Jonas (11 Jahre), Oskar (7 Jahre), die Zwillinge Tilda und Amandus (6 Jahre) und den kleine Milan (5 Monate). Damit, sind sich beide einig, sei die Familienplanung aber abgeschlossen.

Milans Geschwister gehen alle schon zur Schule, aber die Kindertagesstätte „Meister Nadelöhr“, in der die Familie schon bekannt ist, wird in eineinhalb Jahren das nächste Kallenbach-Kind betreuen dürfen. Kristin Kallenbach-Bergau ist von dem Kindergarten begeistert. „Er ist nicht so groß und hier kennt jeder jeden“, sagt die 35-Jährige.

Vor neun Jahren haben sie in Langenfeld ein Haus gekauft, in dem aber alle Kinderzimmer belegt sind. Milan darf noch bei den Eltern schlafen. In der großen Familie packen alle mit an. Der Große kümmert sich um die Hühner, Oskar meist um die Katzen, Amandus um die Hunde und Tilda ist für die Gläser und Flaschen zuständig, die in den Keller müssen. „Jedes Kind hat eine feste Aufgabe“, erklärt der 37-jährige Familienvater. So wolle man sie gut auf das Leben vorbereiten. Auch beim Tischdecken, Kochen oder Backen helfen die Kinder mit.

Die meiste Arbeit bleibt natürlich an Mama Kristin hängen. Um die ganzen Wäscheberge bewältigen zu können, hat die Familie gleich zwei Waschmaschinen, die auch täglich in Betrieb sind. Einmal in der Woche geht es zum Großeinkauf. „Da ist der Einkaufswagen dann aber richtig voll.“ Eingekauft wird aber mit Bedacht. „Wir stellen einen Essensplan auf und achten auch darauf, dass wir nichts wegwerfen“, erklärt Daniel Kallenbach. Seine Frau führt ein Haushaltsbuch, in dem alle Ausgaben aufgelistet werden. Zudem legt man sich das Geld für anstehende Versicherungen oder Sonderzahlungen zur Seite. So hat die Familie immer einen guten Überblick über ihre Finanzen und spart für die ihnen ganz wichtigen gemeinsamen Urlaubsreisen. Auf einer großen Mallorca-Landkarte an der Küchenwand zeigen kleinen Fähnchen die Orte an, an denen man schon war. Die Insel ist ihr Lieblingsziel. Aber auch vom Bauernhof mit Ferienhäusern ohne Strom erzählen die Kinder ganz begeistert.

Auch wenn das Ehepaar mit ihren Kindern eigentlich schon gut ausgelastet ist, engagieren sich Kristin und Daniel Kallenbach im Langenfelder Sportverein. Er ist erster Vorsitzender, sie Kassenwart. „Es hat sich halt keiner gefunden, aber jetzt sind wir im Vorstand eine gute Truppe“, erzählt Daniel Kallenbach, dem es wichtig ist, dass es im Dorf einen Fußballverein gibt. Bis auf Milan sind auch alle Kinder dort Mitglied. Auf die Nachwuchsarbeit im Verein mit rund 50 Kindern ist man stolz. Vielleicht entwickelt sich daraus ja mal wieder eine Männermannschaft.

Jonas, Oskar, Tilda und Amandus sind zudem in der Jugendfeuerwehr Stadtmitte aktiv. Die Fahrdienste übernehmen die Eltern dafür gerne.

Daniel Kallenbach arbeitet als Fleischermeister im „Chausseehaus“ in Bad Liebenstein und kennt sich auch in Sachen Hausschlachtungen sehr gut aus. „Und er ist unser Grillmeister“, verrät Amandus. Und wenn der 37-Jährige von der Arbeit nach Hause kommt, dann schleppt er den kleinen Milan umher. „Er schläft nicht gerne“, verrät Mama Kristin über den kleinen Wonneproppen. Sein Lieblingsplatz ist auf Papas Armen.

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