Viele Dänen wollen US-Waren boykottieren
In Dänemark hatte es schon im vergangenen Jahr Initiativen gegeben, mit denen die Menschen ein Zeichen gegen Trumps Handelspolitik setzen wollten - so hatten etwa dänische Supermärkte Waren europäischer Produzenten mit einem Stern auf dem Preisschild gekennzeichnet.
Auch die Idee für "UdenUSA" kam den jungen Entwicklern im vergangenen Jahr, als Trump erstmals ernsthaft damit drohte, Grönland zu übernehmen. "Wir haben gemerkt, dass es vielen Menschen wichtig ist, auf Lebensmittel aus den USA zu verzichten", sagt App-Entwickler Jonas Pipper der Deutschen Presse-Agentur. "Aber es ist nicht immer so leicht, die im Supermarkt auch zu erkennen." Deshalb habe man den Dänen ein Werkzeug an die Hand geben wollen. Vor wenigen Tagen ist die App an den Start gegangen.
Für viele Verbraucher sei die bewusste Entscheidung gegen US-amerikanische Lebensmittel eine Art, ihrem Ärger Luft zu machen, sagt Pelle Guldborg Hansen von der Universität Roskilde dem dänischen Rundfunk. "Viele Menschen sehen Nachrichten und ärgern sich über etwas - und in diesem Fall geht es auch noch um uns und um Grönland", so der Verhaltensforscher. "Da möchte man einfach irgendetwas gegen seine Wut unternehmen. Und sei es noch so klein."
Aus einer Welle des Protests entstand in Dänemark 2025 die Facebook-Gruppe "Boykottiert Waren aus den USA", in der sich Dänen dazu austauschen, wie sie amerikanische Produkte am besten meiden können. Inzwischen hat die Gruppe mehr als 110.000 Mitglieder. Zur Einordnung: Dänemark hat rund sechs Millionen Einwohner.