Erstautor Blasi antwortet darauf, die Modelle seiner Studie seien "sehr robust" und die Annahmen "ziemlich vernünftig" - aber wenn nächstes Jahr jemand ein noch besseres Modell präsentiere, könne es durchaus sein, dass es neue Erkenntnisse gebe. Für die Zeit vor dem Gebrauch der Schrift vor rund 6.000 Jahren gebe es keine direkten Beweise für Sprachenvielfalt. Und selbst danach noch, bis in die jüngste Vergangenheit, seien die Nachweise sehr lückenhaft.
"Gigantensprachen" und verlorene Sprachen
Einen Schwenk macht die Studie zur aktuellen Lage: Derzeit gebe es rund 7.500 Sprachen, doch nehme die sprachliche Vielfalt stark ab - während sich eine Handvoll "Gigantensprachen" ausbreiteten, darunter Englisch, Spanisch, Mandarin, Arabisch und Hindi.
"Fast fünf Milliarden Menschen sprechen mindestens eine der zehn am häufigsten gesprochenen Sprachen, während die Hälfte aller Sprachen der Welt mittlerweile vom Aussterben bedroht ist", schreibt das Forschungsteam. Jedes Jahr verliere die Welt etwa vier Sprachen - und damit auch das kulturelle und wissenschaftliche Wissen, das in Minderheitensprachen verankert ist.