Nachbarn, in früheren Tagen war ich ja ein passionierter Männertagszelebrierer alter Schule. Feucht-fröhliche Wandertage waren das damals – ab und an waren wir Herren in illustrer Runde auch mit dem Kremser an diesen ganz normalen Arbeitstagen unterwegs. Christi Himmelfahrt war in der DDR ja 1967 offiziell abgeschafft worden, aber viele opferten im Arbeiter- und Bauernstaat für die feucht-fröhliche Herrentagsrunde „protestantisch“ gerne einen Urlaubstag. Von der Apostelgeschichte hatten im Sozialismus nur die allerwenigsten Herren etwas läuten gehört. Zumeist wurde unsere rituelle Herrenpartie mit ein zwei Gläschen Rotkäppchen gestartet. Das war dann aber auch schon die einzige weibliche Nuance, die geduldet war. Die Männer, Herren und Väter waren auf den Pfaden und an den Ausflugszielen unter sich. Familien trauten sich kaum. Und Christi Himmelfahrt anno 2023? Zu meiner Marga habe ich gesagt, dass wir die Küche kalt lassen und einen kleinen Ausflug unternehmen. Dabei haben wir uns ’ne Thüringer vom Metzger aus Brotterode und eine vom Fleischer aus dem Bergdörfchen Steinbach munden lassen und uns ein frisch gezapftes Helles geteilt. Plus Spaziergang im Altensteiner Park als Dessert. Nachbarn, aber der Höhepunkt des 2023er Männertages sollte erst noch folgen: Fußball zur besten Sendezeit – Wolfsburg gegen Freiburg vor 44 808 Zuschauern im Köln- Müngersdorfer Stadion. Fünf Tore und beste Unterhaltung. Beim Pokalfinale der Frauen! Was für ’ne Zeitenwende ...