Glasfaser in Zella-Mehlis Zweiter Anbieter zieht sich zurück

Während in dieser Woche die ersten über hundert Anschlüsse durch die Deutsche Glasfaser realisiert wurden hat ein zweiter Anbieter, zu dem auch die Telekom gehört, seine Angebote storniert und sich zurückgezogen.

Umkämpfter Markt – umstrittene Aussagen: Die Stadt Zella-Mehlis wehrt sich gegen die Behauptung, sie habe der Telekom den Glasfaserausbau verweigert. Foto: Imago/Michael Gstettenbauer

Wie Stadtsprecherin Andrea Grünkorn mitteilt haben die GlasfaserPlus GmbH und die Deutsche Telekom, die gemeinsam Bestrebungen unternommen hatten, eine Glasfaser-Infrastruktur im Stadtgebiet von Zella-Mehlis zu installieren, den Bürgermeister Mitte Oktober darüber informiert, dass sie von diesen Ausbauplänen zurücktreten. (Die GlasfaserPlus GmbH ist nicht zu verwechseln mit dem Unternehmen „Deutsche Glasfaser“, das in dieser Woche seine ersten Glasfaseranschlüsse in Zella-Mehlis realisiert hatte!). Begründet wurde der Rücktritt mit veränderten, deutlich schwieriger gewordenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Verknappung von Tiefbaukapazitäten. Ein paralleler Ausbau zum Mitwettbewerber werde demzufolge nicht mehr in Betracht gezogen.

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„Das tut uns leid für die Kunden, die auf die Telekom gesetzt haben“, erklärte Bürgermeister Torsten Widder dazu. Er war selbst am letzten Gespräch beteiligt, das im September mit Vertretern beider Unternehmen im Rathaus stattfand. „Wir sind auch diesen Anbietern gegenüber stets partnerschaftlich aufgetreten und haben beispielsweise zusätzliche Wunsch-Gebiete für den Glasfaser-Ausbau benannt.“ Zu keiner Zeit habe die Stadt diesen Unternehmen die Möglichkeit des Glasfaser-Ausbaus verwehrt – das stehe ihr gemäß des Telekommunikationsgesetzes auch gar nicht zu, selbst wenn es sich wie hier um einen Parallelausbau handelt.

„Umso größer ist unser Erstaunen, als wir jetzt von einigen Bürgern darüber benachrichtigt wurden, dass die Deutsche Telekom ihnen, nach deren telefonischer Rückfrage, mitgeteilt habe, die Stadtverwaltung hätte den Ausbau durch GlasfaserPlus nicht zugelassen. Das ist nicht korrekt. Wir verbitten uns derartige Unterstellungen!“, so der Bürgermeister. Im Vorfeld waren jene Telekom-Kunden, die bei ihr einen Glasfaseranschluss beauftragt hatten, per E-Mail über die Stornierung informiert worden.

„Ich bitte die Telekom darum, weiter fair zu spielen“, so das Stadtoberhaupt. „Dieser Telekommunikationsmarkt ist heiß umkämpft, und dieser Kampf sollte nicht zusätzlich zulasten unserer Stadt und zulasten des Vertrauens, das die Bürger zurecht in ihre Stadtverwaltung setzen, ausgetragen werden.“