Glasbachrennen Autokorso und riesige Festmeile

Hochdrehende Motoren waren weit über Steinbach hinaus zu hören: Nach zweijähriger Zwangspause startete das 25. Glasbachrennen. Ein riesiger Autokorso und eine Festmeile gehörten dazu.

Zu Beginn des Jahres stand noch nicht fest, ob das Jubiläumsrennen überhaupt stattfinden kann. Umso größer war die Freude bei den Veranstaltern und Gästen.

98 Teams aus Deutschland und Österreich waren am Wochenende auf Deutschlands längster und Europas modernster Bergrennstrecke am Start, unter ihnen der Italiener Christian Merli, der seit 2018 den Streckenrekord inne hat und es sich trotz fehlendem FIA-Status beim Glasbachrennen nicht nehmen ließ, an den Start zu gehen.

Ob auf der selbstgebauten Aussichtsplattform auf der heimischen Garage oder mit Klappstuhl, Fähnchen, Tute und Marschverpflegung an einem Plätzchen entlang der Strecke – das Event lockte gut 10 000 Zuschauer aus nah und fern in das Bergdorf. Über 400 Helfer hatten die Strecke in den letzten Tagen vorbereitet und begleiteten das Rennen.

Schon die Eröffnungsparty am Freitagabend endete in einer langen Partynacht, die selbst Favorit Christian Merli voll und ganz auskostete.

Der Samstag startete mit den Trainings- und Wertungsläufen – und einem Schrecken. Michael Weber hatte sich mit seinem Audi 80 Quattro überschlagen, wurde aber glücklicherweise nur leicht verletzt.

Um das in 1974 erstmals ausgetragene Bergrennen Revue passieren zu lassen, gab es eine Jubiläumsgruppe von historischen Fahrzeugen, die sich an das gewertete Fahrerfeld anschlossen. Beeindruckend war der riesige Autokorso, der sich am Abend am Ziel versammelte und bestaunt werden konnte und am Ende die gemeinsame Fahrt ins Tal antrat. Das gab es bisher noch nie. Viele nutzten die Zeit, um die beeindruckenden Gefährte etwas näher zu betrachten oder mit den Fahrern ins Gespräch zu kommen.

Am Abend verwandelte sich der Dorfplatz in Steinbach wieder in eine riesige Festmeile mit einer Stimmung, die ihresgleichen suchte.

Pünktlich 8.30 Uhr ging das Rennen am Sonntag weiter. Bereits um 4 Uhr morgens waren Steven Kindermann und Guido Bleeck aus Berlin gestartet, um dabei zu sein. Und sogar Gäste aus Spanien wurden an der Strecke gesichtet. Mit vielen interessanten Informationen zu den Fahrern und den Fahrzeugen versorgte Uli Kohl die Zuschauer während der Läufe. Unterstützt wurde er dabei in diesem Jahr erstmals von Kevin Ferner Kohl.

„Am Ende hieß es Aufatmen. Es waren zwei anspruchsvolle Fahrtage mit Unterbrechungen, teils technisch, teils unfallbedingt, aber es ist niemand zu Schaden gekommen“, resümierte Uli Kohl. Und so konnten zur Siegerehrung auf dem Markt so richtig die Sektkorken knallen.

Im Kampf um den Gesamtsieg setzte sich der erklärte Favorit Christian Merli durch. Seinen Streckenrekord aus dem Jahr 2018 konnte der Italiener allerdings nicht brechen. Zweiter in der Gesamtwertung wurde Alexander Hien. Auf den dritten Platz kam Christoph Lambert, der Gesamtsieger von 2019. Schnellster Tourenwagenfahrer wurde Michael Bodenmüller mit seinem Opel Kadett. Nach seinem schlechten Saisonstart wegen technischer Probleme war dies ein großer Triumph. Belohnt wurde auch Sebastian Malsch, der einzige Fahrer aus dem Bergdorf.

Sichtlich erleichtert waren auch Thomas Weih, Vorsitzender der Renngemeinschaft Altensteiner Oberland, und Organisationsleiter Marcus Malsch. „Wir haben es nicht verlernt. Ohne die Steinbacher Bürger und die vielen Helfer wäre das Event nicht möglich gewesen“, rief Marcus Malsch der Menge zu. Und für Thomas Weih stand fest: „Wir haben ein geiles Rennen abgeliefert. Die Mannschaft war euphorisch. Jeder hat an seiner Position Höchstleistung gebracht. Ich bin stolz auf die Truppe.“ Dem schloss sich Bad Liebensteins Bürgermeister Michael Brodführer an.

Voll des Lobes waren auch die Fahrer für die sehr gute Organisation und die einzigartige Stimmung unter den Zuschauern. Sozusagen über Nacht wurde für Robert Maslonkas VW Polo G40 ein neues Radlager mit Gehäuse geliefert und eingebaut und so schaffte er sogar noch den Klassensieg. „Ihr seid’s wirklich ein cooler Haufen“, entfuhr es Michael Bodenmüller.

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