Früher : Die Tradition der Herrschekloese lässt sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Es handelt sich dabei vermutlich um eine Form der Nikolausverehrung. So könnte es sich bei dem Begriff "Herrschekloes" um eine mundartliche Verschleifung von "Herrn Sente Klaus" handeln. In Südthüringen war es früher in mehreren Orten üblich, dass in der Adventszeit verkleidete wilde Männer mit Peitschen und Schellen umherzogen.
Heute : In Gethles kommen die Herrschekloese immer am 23. Dezember. Mit dem Glockenschlag um 18 Uhr rennen maskierte, mit Stroh verkleidete junge Männer vom Berg hinab in die Dorfmitte gerannt. Sie geben unheimliche Laute von sich und tragen schellende Glocken. Nachdem sie drei Runden auf dem Dorfplatz gelaufen sind, verteilen sie Rutenhiebe an alle Menschen, die nicht in ihren Häusern sind. Sie werden begleitet von den "Batschern", die mit ihren Peitschen knallen und so zusätzlichen Lärm verursachen, und von den Hollen. Diese Hexengestalten tragen einen Korb mit Süßigkeiten bei sich und belohnen die Kinder, wenn sie ein Gedicht aufgesagt oder ein Lied gesungen haben. Die Holl sammelt außerdem von den Erwachsenen kleine Gaben ein. Einige Herrschekloese tragen keine Glocken. Diese Schleicher sind darauf spezialisiert, sich versteckende Kinder und Erwachsene in den Straßen und Häusern aufzustöbern. Im Anschluss an das Spektakel gibt es ein Fest, dem auch die zurückverwandelten Herrschekloese und Hollen beiwohnen.. Quelle: Andrea Jakob/Meininger Museen