Gesundheit bei Hitze Klings schafft Abkühlung à la Kneipp

Jedermann darf es benutzen. Wer wissen will, wie’s am besten geht im neuen Kneipp-Becken am Rand von Klings, sollte sich mit dem Storchengang anfreunden.

Nach der offiziellen Eröffnung des Kneipptretbeckens oberhalb der Festwiese steht es jedermann zur Verfügung. Vorbeikommen und Wassertreten lohnt insbesondere bei diesen Temperaturen. Foto:  

Ein Wassertretbecken und ein Armtauchbecken laden zur Erfrischung und aktiven Gesundheitsförderung ein. Möglich wurde das Projekt durch die Förderinitiative „Investive Projekte zur nachhaltigen Entwicklung im Unesco-Biosphärenreservat Rhön“. Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten unterstützte das Vorhaben mit 111.556,29 Euro.

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Der Ortsteil Klings, seit 2019 Teil der Stadt Kaltennordheim, liegt idyllisch eingebettet in einem Talkessel oberhalb von Diedorf (Feldatal), nahe dem Grünen Band. Mit rund 400 Einwohnern ist die Gemeinde bekannt für die Hexenlinde, den Premiumwanderweg Hochrhöner sowie ihre markante evangelisch-lutherische Kirche. Die Idee für das Kneipptretbecken entstand in der örtlichen Kindertagesstätte „Knirpsenland“. Im Zuge ihres 50-jährigen Bestehens wurde 2025 zugleich die Zertifizierung als erster Kneipp-Kindergarten der Rhön gefeiert.

Mit dem Storchengang durch das neue Kneipptretbecken in Klings. Im Hintergrund Informationstafeln und der Barfußpfad. Foto: Ulrike Schade

Diese Auszeichnung des Kneipp-Bundes e. V. steht für eine ganzheitliche Gesundheitsförderung. Kinder lernen dort spielerisch die Grundlagen einer naturgemäßen Lebens weise und wie sie mit einfachen Anwendungen ihr Wohlbefinden stärken und Krankheiten vorbeugen können.

Richtig Kneippen

Das Wassertreten nach Kneipp zählt zu den fünf Säulen der Lehre des namensgebenden Pastors. Es hat zum Ziel, die Durchblutung zu fördern, eine Kräftigung der Beine, die Anregung des Kreislaufs und die Unterstützung beim Einschlafen. Die Kneipp-Therapie geht auf Sebastian Kneipp zurück, der Mitte des 19. Jahrhunderts als Pfarrer wirkte, aber auch ein naturkundliches Heilsystem entwickelte.

Tipp: Das Wasser sollte kälter als 18 °C sein und beim Eintauchen bis knapp unter die Knie reichen. Kneippen kann man in speziell eingerichteten Becken, aber auch im Bach, im Teich oder ganz profan einer Wanne zu Hause.

Der berühmte Storchengang bedeutet: Man hebt bei jedem Schritt ein Bein vollständig aus dem Wasser und beugt die Fußspitze nach unten, und zwar bis ein starkes Kältegefühl zu verspüren ist, etwa nach einer halben bis einer Minute im Wasser.

Nach dem Wassertreten sollte man das Wasser nur abstreifen, Strümpfe und Schuhe anziehen und durch Fußgymnastik oder Gehen die Wiedererwärmung fördern.

Gemeinsam zur Projektidee

Das Team der Kita Klings hatte gemeinsam mit engagierten Eltern des Fördervereins – darunter Angela Räder, Anja Hohmann und Madeleine Denner – die Idee entwickelt, das Kneippen auch außerhalb der Einrichtung erlebbar zu machen. 2023 wurde das Projekt zusammen mit der Stadt Kaltennordheim eingereicht, mit Erfolg: Bereits wenige Wochen später lag der Förderbescheid vor.

Erik Thürmer (Bürgermeister Stadt Kaltennordheim) testet das Armbecken und machte es streng nach Kneipp – er ließ die Arme so lange drinne, bis es ziemlich weh tat. Foto: Ulrike Schade

Bis zur Umsetzung galt es jedoch einige Herausforderungen zu bewältigen. So stellte sich heraus, dass die ursprünglich geplante Wasserquelle nicht ausreichend ergiebig war, weshalb eine zusätzliche Wasserleitung verlegt werden musste. Auch die bauliche Umsetzung sowie die inhaltliche Gestaltung der Informationstafeln mit Anleitungen zum Kneippen erforderten intensive Abstimmungen.

Ein Gemeinschaftsprojekt für den Ort

Im Spätherbst 2025 konnte das Projekt schließlich erfolgreich abgeschlossen werden. Bürgermeister Erik Thürmer und Ortsteilbürgermeister Uwe Hüther sind dem Thüringer Umweltministerium für die Förderung sowie der Biosphärenreservatsverwaltung in Zella/Rhön für die unterstützende Zusammenarbeit dankbar – und den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern aus Klings, die zum Gelingen beigetragen haben. So wurden Pflasterarbeiten selbst erledigt, die Wasserleitung mit einer Löschwasserleitung verlegt und technische Arbeiten gemeinsam mit dem Wasser- und Abwasserverband Bad Salzungen ausgeführt. Viele Bürger – darunter Dietmar Denner, Marko Geruschke und Peter Schapke – brachten sich ein.

Gut angenommen und rege genutzt

Das neue Kneipptretbecken erfreut sich bereits großer Beliebtheit. Neben den Kindergartenkindern nutzen auch Einwohner und Wanderer die Anlage regelmäßig. Für die Pflege wurde sogar ein gemeinsamer Plan entwickelt, an dem sich die örtlichen Vereine beteiligen. Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung des Biosphärenreservats Rhön, zeigt sich erfreut über den Erfolg des Projekts: „Es ist schön zu sehen, wie gut das Kneipptretbecken angenommen wird und wie viele Menschen davon profitieren.“