Embryotox und "Nature" ordnen Studien ein
Embryotox bezeichnet auf seiner Webseite Paracetamol in einer Schwangerschaft als ein bewährtes und gut verträgliches Mittel gegen medikamentös behandlungspflichtige Schmerzen. "Wie jede andere Schmerzmedikation auch, darf Paracetamol nicht unkritisch und ohne ärztlichen Rat tagelang oder sogar über mehrere Wochen eingenommen werden", heißt es dort. "Besteht eine klare Indikation, so ist Paracetamol weiterhin als ein Mittel der Wahl anzusehen."
Zwar gibt es laut Embryotox Studien, die einen Zusammenhang zwischen Paracetamol-Einnahme im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel und Autismus sehen, diese seien jedoch kritisch zu bewerten, da sie andere Einflussfaktoren nur unvollständig erfasst hätten. Diese Faktoren seien beispielsweise die Genetik, das soziale Umfeld oder auch Erkrankungen der Mutter. Zudem hätten sie zahlreiche weitere methodische Schwächen.
Ein Artikel der Fachzeitschrift "Nature" verweist zudem auf eine schwedische Studie mit Geschwisterkindern, von denen nur eins während der Schwangerschaft Paracetamol ausgesetzt war. Mit dieser Methode fanden die Forscher keinen Zusammenhang zwischen Paracetamol und Autismus.
Was ist Autismus?
Fachexperten beschreiben Autismus (auch Autismus-Spektrum-Störung) als eine Entwicklungsstörung. Als Merkmale gelten Probleme im sozialen Umgang mit anderen Menschen, Kommunikationsschwierigkeiten und Verhaltensweisen, die sich wiederholen.
Der Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Autismus (autismus Deutschland e.V.) schreibt, dass es vorkommen könne, dass Menschen mit Autismus emotionale Signale schwer einschätzen und diese ebenso schwer aussenden könnten. Zudem hätten sie große Probleme, wenn sich Handlungsabläufe veränderten. Es ist demnach nicht vollständig aufgeklärt, welche Ursachen Autismus hervorrufen.