„Höre ich denn richtig? Ein Stockheimer will das Relief aus der Heimatstube haben, weil es angeblich ihm gehört?“ Der Leiter der Heimatstube Neuhaus-Schierschnitz, Ullerich Coburger, konnte nicht fassen, was ihm sein Föritztaler Bürgermeister Andreas Meusel im Sommer da erzählte. Die Rede war von einem Relief, das einst der Neuhäuser Steinmetzmeister und Bildhauer Bernhard Schubert geschaffen hatte. Der 1912 geborene Schubert bewies sein Talent an zahlreichen figürlichen Darstellungen in Neuhaus-Schierschnitz, unter anderem bei der Feuerwehr und im Schulhof. Er wohnte in der Minnastraße, wo er eine neue Werkstatt eingerichtet hatte. 1944 starb er im Zweiten Weltkrieg. Das Relief, mit heutigem Potenzial zum Zankapfel, versinnbildlicht eine Bergmannssage aus dem SteinkohlenbergbauStockheim/Neuhaus-Schierschnitz, der zu Schuberts Lebzeiten in Stockheim noch aktiv war. Die Sage spielt in der Minnastraße. Das Kunstwerk, so erzählt die Familie Bauersachs, hing in einem Gastraum des Waldgasthofs Bernhard. Dieser stand an der Grenze zwischen Thüringen und Bayern. Einst befand sich dort eine Steinkohlengrube, geteuft um 1800 und 1838 benannt nach Bernhard II. von Sachsen-Meiningen, dem damaligen Landesherren. In ihren Glanzzeiten um 1850 arbeiteten dort 102 Bergleute aus Sachsen-Meiningen und Bayern. 1911 wurde die Grube geschlossen.
Geschichte Föritztal Neue Heimat für sagenhaften Bergmann
Martina Hunka 29.09.2024 - 14:14 Uhr