Gera Textilfirmen planen Serienproduktion von FFP-Schutzmasken

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Der Geschäftsführer der Thorey Gera Textilveredelung GmbH hält den Prototyp eines Mund- und Nasenschutzes in den Händen. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Schutzmasken, die auch den Träger vor Viren und Bakterien schützen, sind angesichts der Corona-Pandemie Mangelware. Abhilfe wollen nun auch Textilunternehmen aus Thüringen schaffen. Die Serienproduktion könnte in wenigen Wochen beginnen.

Einfache Masken aus Stoff über Mund und Nase gehören für Millionen Deutsche inzwischen zum Alltag. Doch hochwertige Masken nach FFP-Standard, die auch den Träger vor Viren schützen, sind nach wie vor Mangelware - und heiß begehrt, etwa um Pfleger und medizinisches Personal in der Corona-Pandemie vor einer Ansteckung zu schützen. Ein Konsortium Thüringer Textilunternehmen will nun eine Serienproduktion solcher zertifizierter Masken aufbauen und hat dazu am Dienstag in Gera Prototypen vorgestellt. Den Plänen zufolge könnte die Produktion Ende Mai starten.

In Thüringen und Sachsen forcieren derzeit etliche Unternehmen die Entwicklung medizinischer Masken. Das Thüringer Konsortium, zu dem etwa die Thorey Textilveredlung aus Gera und 3D-Schilling aus Sondershausen gehören, sei dabei schon besonders weit vorangekommen, erklärten die Landesentwicklungsgesellschaft und der Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie übereinstimmend. Derzeit liefen letzte Prüfungen zu antiviralen Eigenschaften an der TU Ilmenau, sagte Thorey-Vertriebsleiter Rudolf Schilk.

Die Maske aus Polyester soll den Angaben nach aus mehreren Lagen Vlies bestehen und in der Herstellung unter 1,50 Euro pro Stück kosten. Eine Mittelschicht sei so behandelt, dass Bakterien und Viren abgetötet würden, hieß es. Momentan sei die erste Stufe des FFP-Standards gegeben, eine Zertifizierung für Stufe 2 stehe kurz bevor. Ziel sei es, auch die höchste Sicherheitsstufe 3 zu erreichen. Die Prüfungen für die Zertifizierungen übernimmt das Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland in Greiz - eine von bundesweit nur vier Prüfstellen für Atemmasken.

Zunächst ist eine Produktion von 2500 Masken täglich bei 3D-Schilling geplant. Innerhalb von ein bis eineinhalb Monaten könne dann die Herstellung bei Thorey mit 5000 Masken pro Tag in einer Schicht aufgebaut werden. Es gebe bereits weitere Planungen, diese Kapazitäten bis hin zu einem Dreischichtbetrieb auszubauen, sagte Thorey-Geschäftsführer Andreas Ludwig. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) versprach den Unternehmen «unbürokratische Hilfe» bei Fördermitteln zum Aufbau der Produktion. Die Kosten wurden für Thorey zunächst auf 250 000 bis 300 000 Euro beziffert.

Ziel sei es, eine Produktion solcher Schutzausrüstung wieder in Deutschland und Thüringen aufzubauen, betonte Tiefensee. Bisher werde sie vor allem in Asien hergestellt. Allerdings sind wegen der immensen Nachfrage durch die Corona-Pandemie weltweit massive Lieferengpässe entstanden. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte deswegen angekündigt, eine heimische Produktion von Schutzmasken aufbauen zu wollen und Unternehmen zu unterstützen.

Und das Thüringer Konsortium denkt schon weiter. Neben einfachen Gesichtsmasken von der Rolle wird auch an wiederverwendbaren OP-Masken gearbeitet. Die könnten bis zu 25 Mal gewaschen und neu desinfiziert werden, erklärte Schilk: «Damit wollen wir einen Beitrag zur Müllreduzierung leisten.»

 

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