Georg-Statue Jetzt ist Ihre Meinung gefragt!

Lea Pauline Kellermann

Meiningen ließ zu Ehren von Herzog Georg II. ein Denkmal von Markus Lüpertz errichten. Wir fragen Sie: Was halten Sie von der Statue?

Fast schon mahnend streckt Herzog Georg II. seinen Finger empor. Seinen Schöpfer Markus Lüpertz freut es. Foto: Bastian Frank

Es gibt momentan wohl kein heißer diskutiertes Thema in der Region Meiningen. Die einen halten es für eine absolute Schande, eine Lachnummer, kurz gesagt eine schlechter Scherz. Andere Stimmen äußern sich milder, sehen sie doch den wahren Wert der Kunst darin. Die Rede ist natürlich von dem frisch enthüllten Georg-Denkmal.

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Am vergangenen Samstag ist es so weit: Das Denkmal von Meiningens Theaterherzog Georg II. von Sachsen-Meiningen wird mit großem Tamtam enthüllt. Zwischen dem Theatermuseum und Schloss Elisabethenburg steht es das neuste Kunstwerk von Markus Lüpertz. Was die Meininger genau von der Georg-Statue erwartet haben, ist fraglich. Doch fest steht: Das Ergebnis sorgte – vorsichtig gesagt – für einiges Erstaunen. Die Skulptur zeigt einen etwas unproportionalen Herzog Georg. Er ist in eine rot-weiße Toga gehüllt, die stark an einen Römer erinnert. Schuhe trägt er keine und an seinem rechten Knie hat er einen grünen Fleck. Mit der einen Hand hält er eine Art Schriftrolle, den anderen Arm streckt er nach vorne – eine Geste, die bei vielen für Verwunderung sorgt. Die Idee hinter dieser Art der Darstellung erkennt wohl kaum jemand.

Der Applaus ist verhalten und das Denkmal wird zum Stadtgespräch. Die Gemüter sind erhitzt, dominieren Verwirrung, Entsetzen und teilweise auch Scham die Grundstimmung. Negative Kommentare werden laut, sei es auf der Straße oder im Internet. Doch hier und da schleicht sich die eine oder andere positive Wortmeldung hinein.

Doch wie sieht die Lage momentan aus? Haben sich die Menschen der Region vielleicht sogar mit ihrem Caesar angefreundet? Lassen Sie uns an Ihrer Meinung zum neuen Wahrzeichen der Stadt teilhaben:

Anlässlich des 200. Geburtstags von Herzog Georg II. zelebriert Meiningen 2026 das Georgjahr. Der Veranstaltungskalender ist prall gefüllt, jagt ein Highlight doch das nächste. Zu Ehren des Geburtstagskindes ließ die Stadt deshalb eine Statue des Herzogs errichten. Der Auftrag ging an den bekannten deutschen Maler und Grafiker Markus Lüpertz. Die Meininger Kulturszene hatte bereits zuvor einige Berührungspunkte mit Lüpertz. War er es doch, der 2021 die Oper „La Bohème“ am Staatstheater Meiningen inszenierte. Einen Tag vor Enthüllung des Denkmals feierte er an ebendiesem Theater mit Richard Wagners „Das Rheingold“ Premiere. In Meiningen war dieser Tage also so einiges los rund um den berühmten Künstler. Anlässlich seiner jüngsten Premiere reiste sogar Altkanzler Schröder an, was den Trubel nur noch mehr anheizte. Dieser erschien auch zur Enthüllung des Denkmals.

Wie auch immer die Meininger weiterhin über das Denkmal des Herzogs denken, es ist und bleibt ein Hingucker. Und erfüllt es damit nicht sogar den Zweck eines guten Kunstwerks? Immerhin wird darüber gesprochen, vielleicht sogar diskutiert. Über Geschmack lässt sich ja doch trefflich streiten.