Dass es zwischen Hannover und Berlin nun mehr als doppelt so lange dauern soll, liegt daran, dass rund um Stendal mehr als 50 Kilometer festverbaute Betonfahrbahn erneuert werden müssen. Zehntausende Tonnen Betonplatten müssen dafür herausgerissen und neu verlegt werden. Auch bei den anderen Strecken gab es der Bahn zufolge fest verbaute Abschnitte. Diese waren aber deutlich kürzer.
Wie sieht es mit der Digitalisierung aus?
Bei vergangenen Sanierungen wurde die Bahn immer wieder dafür kritisiert, dass sie die langen Sperrungen nicht für die digitale Ausrüstung der Strecken nutzt. Konkret geht es um den Ausbau der Korridore mit dem digitalen Zugleitsystem ETCS.
Auch die Strecke zwischen Berlin und Hannover wird den Angaben der Bahn zufolge nicht vollständig digitalisiert. Lediglich 6 von 25 Stellwerken entlang der Strecke werden demnach digitalisiert und für ETCS vorbereitet. Die übrigen Stellwerke sollen erst in den 2030er Jahren entsprechend umgerüstet werden. Die Züge sind also auch nach der Inbetriebnahme der Strecke Ende 2027 auf die veraltete Signaltechnik angewiesen.
Warum gibt es Kritik an den Plänen?
Insbesondere der Wettbewerberverband Die Güterbahnen kritisiert seit Jahren das Konzept der Generalsanierungen. Schließlich müssen die Güterzüge oft infolge der Sperrungen noch längere Umwege fahren als der Fernverkehr. Außerdem bemängelt der Verband, dass die Umleitungen schlecht vorbereitet und mit der Branche nicht ausreichend abgestimmt seien.
Kritik gab es zuletzt aber auch aus dem Verkehrsministerium. Denn bei mehreren Generalsanierungen kam es in diesem Jahr zu Problemen und Verzögerungen. Die besonders lange Strecke Hamburg-Berlin etwa wurde erst mit sechs Wochen Verspätung fertig, und auch danach lief der Fernverkehr dort nicht zuverlässig.