Personalmangel als Problem?
Von den 57 ermittelten Tatverdächtigen seien 55 männlich gewesen, hieß es. Der Anteil der Nicht-deutschen Tatverdächtigen habe bei knapp 60 Prozent gelegen. „Grundsätzlich können wir Ihnen mitteilen, dass Frei- und Hallenbäder in Hessen keinesfalls einen Kriminalitätsschwerpunkt darstellen“, erklärte das LKA.
Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister (BDS) sieht auch Personalmangel als Problem. „Die Fachkräfte werden weniger, dadurch besteht die Gefahr, dass wir nicht mehr alles im Auge haben und entsprechend einschreiten können“, sagte BDS-Präsident Peter Harzheim. Gründe seien Sparmaßnahmen nach der Corona- und Energiekrise. Zudem gehe die Generation der Babyboomer in Rente. „Die Badbetreiber mussten sparen - und gespart wurde meistens beim Personal, der Sauberkeit und der Sicherheit.“
Zum konkreten Fall in Hessen könne er sich nicht äußern. Wichtig sei aber, gerade in Fällen mutmaßlicher sexueller Belästigung vernünftig und sachlich zu reagieren. Das Opfer oder die Opfer müssten geschützt und von der Masse weg in einen separaten Raum gebracht werden – auch, um sich in Ruhe zu unterhalten. „Zugleich muss die Polizei informiert werden. Dort gibt es Beamtinnen, die auf die Probleme der weiblichen Opfer deutlich besser eingehen können. Wir sind zwar schon in vielen Bereichen geschult, aber wir können nicht alles abdecken.“