Geld verschwendet? Rechnungshof prüfte Oberhofer Sportstätten

In Oberhof wurde viel investiert. Foto: Gerhard Koenig/Gerhard Koenig

Beim Bau von Sportstätten in Oberhof soll es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein, behauptet ein Nachrichtenmagazin. Dies hat aber offenbar nichts mit den WM-Anlagen zu tun.

Kurz vor Beginn der Biathlon-Weltmeisterschaft in der kommenden Woche in Oberhof sorgt ein Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ für Diskussionen um die Sportstätten in Oberhof: Bei ihrem Bau soll es angeblich Verfehlungen und möglicherweise Steuerverschwendung gegeben haben.

Das Magazin bezieht sich auf einen Prüfbericht des Landesrechnungshofs in Rudolstadt von Anfang 2021. Dieser behandelt verschiedene Bau- und Unterhaltungsprojekte des Zweckverbandes Thüringer Wintersportzentrum von 2013 bis 2019. Wie aus einer Antwort des Zweckverbandes an den Rechnungshof hervorgeht, liegen diese Projekte – unter anderem wurde ein Caravan-Stellplatz gebaut – vor der rund 82 Millionen Euro teueren Erneuerung der Sportanlagen für die Rennrodel- und Biathlon WM in diesem Jahr.

Der Rechnungshof bestätigte am Freitag die Existenz seines Prüfberichtes. Er hatte in seinen insgesamt 16 angeführten Punkten unter anderem kritisiert, dass der Zweckverband damals keine vollständige Übersicht über abgeschlossene Verträge gehabt habe. Auftragswerte seien unzulässig geschätzt und die Eignung von Bietern bei der Auftragsvergabe nicht ausreichend geprüft worden.

Der Zweckverband hat diese Kritikpunkte nach eigener Aussage längst für Veränderungen genutzt. 14 der 16 Punkte seien bereits abgearbeitet. „Das meiste ist inzwischen erledigt“, bestätigte der Sprecher der Prüfbehörde in Rudolstadt.

Der Zweckverband Thüringer Wintersportzentrum ist Eigentümer und Betreiber der Sportanlagen in Oberhof. Hier arbeiten das Land, der Kreis Schmalkalden-Meiningen und die Stadt Oberhof zusammen. Vorsitzender ist seit 2018 der Oberhof-Beauftragte der Landesregierung, Finanz-Staatssekretär Hartmut Schubert. Die hohen Millionen-Investitionen für Oberhof hatten an anderer Stelle auch für einen gewissen Neid gesorgt.

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