Wer durch Meiningen fährt, der muss wirklich tief in Gedanken versunken sein, um seinen Blick in der Leipziger Straße nicht ablenken zu lassen von dem bunten Sammelsurium an Kleinmöbeln, Deko-Objekten und Kindersachen vor dem Haus mit der Nummer sechs. Jeden Tag aufs Neue kehrt Ladeninhaberin Gabriela Schenk mit ihren beiden Mitarbeiterinnen – Schwester Manuela Wegner und Nichte Sindy Wegner – ihr Second-Hand-Kaufhaus so ein bisschen von innen nach außen: als Einladung für die Kundschaft. Das Schaufenster in der cremefarbenen Stadtvilla wäre viel zu klein und unscheinbar, um Vorübergehenden eine Ahnung davon zu vermitteln, was sich alles hinter der Fassade verbirgt. Die Ware aus zweiter Hand füllt nämlich nicht nur das Erdgeschoss, sondern auch noch die Etage darüber. Und trotzdem sind die Räume bis zum letzten Winkel in Beschlag genommen von Spielzeug und Büchern, Kleidung, Schuhen und Schmuck, Geschirr und Dekoration, technischen Geräten und vielen anderen noch brauchbaren Dingen mehr, die eine Vergangenheit haben. Was frühere Besitzer ausmusterten, bekommt in den Händen neuer Eigentümer ein zweites Leben geschenkt.