Gedenkstein zerstört Vandalen am alten Friedhof in Dermbach

  Foto: Gemeinde Dermbach/Thomas Hugk

Bislang Unbekannte haben auf dem alten Friedhof in Dermbach einen Gedenkstein zur Erinnerung an die jüdischen Familien zerstört. Die Polizei ermittelt. Zeugen werden gebeten, sich zu melden.

Dermbach - „In Dermbach ist etwas Schlimmes passiert“, berichtete Ortschronist Hans Peter Mötzung der Redaktion. Der Gedenkstein zur Erinnerung an die jüdischen Familien auf dem alten Friedhof wurde schwer beschädigt. Das bestätigte Bürgermeister Thomas Hugk (CDU) am Montag auf Anfrage: „Da zieht sich ein Riss durch von oben bis unten, eine Ecke ist rausgebrochen. Das haben wir Freitagfrüh festgestellt“, sagte er.

Er habe den Gedenkstein von einem Steinmetz begutachten lassen – mit dem Ergebnis: „Er ist völlig zerstört“, berichtete Thomas Hugk. Die Polizei sei vor Ort gewesen – er habe Anzeige erstattet.

Zeugen gesucht

Details zum Hintergrund der Straftat gab es am Montag noch nicht. „Die Ermittlungen gegen den oder die Täter laufen“, sagte Vivien Glagau, Sprecherin der Landespolizeiinspektion Suhl. Zeugenhinweise, die zur Aufklärung der Straftat führen können, werden von der Polizeiinspektion Bad Salzungen unter der Telefonnummer (03695) 5510 entgegengenommen.

Am vergangenen Donnerstag hatte es in Dermbach eine Demonstration gegen die Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gegeben. „Und danach muss es wohl passiert sein“, meint Hans Peter Mötzung, der einen „rechtsradikalen Akt“ vermutet.

Der Gedenkstein, auf dem die Namen jüdischer Familien stehen, die in Dermbach gelebt haben, war 2018 auf Initiative von Hans Peter Mötzung in Auftrag gegeben worden. Der Ortschronist hatte auch Spendengelder dafür zusammengetragen – „und nun dieser Vorfall“, sagte er bestürzt.

„Als Gemeinde verurteilen wir diese Zerstörung ebenfalls aufs schärfste“, betonte der Bürgermeister. Er hoffe, dass die Vandalen gefasst und zur Verantwortung gezogen werden.

Seinen Angaben zufolge hat der Stein 2800 Euro gekostet. 1400 Euro hatte das Land Thüringen an Lottomitteln zugesteuert. Der Rest waren Spenden: 670 Euro von privaten Firmen und 700 Euro von Privatpersonen.

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