Auch an diesem Samstag und in diesen Zeiten sind erneut über 100 Meininger dem Aufruf der Stadt und der Kirchgemeinden gefolgt, am Mahnmal für die einstige Meininger Synagoge den Opfern der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 sowie dem Holocaust zu gedenken. Unter reichlich Polizeischutz – der für solche Veranstaltungen in Deutschland wieder erforderlich ist – folgten die Anwesenden im Synagogenweg zwischen Mauergasse und Pulverrasenweg den erschütternden Worten von Pfarrer i. R. Martin Montag. Er zitierte aus den „Briefen aus der Hölle“. Darin hatten einstige jüdische Häftlinge, die in Auschwitz von den Nazis ermordete Juden in vier Krematorien verbrennen mussten, ihre erschreckenden Erlebnisse festgehalten. Die Briefe waren lange in sehr schlechtem Zustand und konnten erst vor gut zwei Jahrzehnten mit neuen Verfahren wieder lesbar gemacht werden. Das eisige Novembergrau des Samstags hätte dazu nicht besser passen können.
Gedenken an Pogromnacht Eindrucksvolle Zeichen setzen gegen das Vergessen
Redaktion 10.11.2024 - 15:00 Uhr