Gedenken an NS-Opfer „Kein Vergeben, kein Verdrängen, kein Vergessen“

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Elke Pudszuhn und Oberbürgermeister André Knapp vor den Teilnehmern des Gedenkens am Rathaus. Foto: frankphoto.de

Mit einer Gedenkveranstaltung erinnerten Vertreter des Verbandes der Verfolgten des Naziregimes, der Stadtratsfraktionen, der Stadtverwaltung und Bürger am Donnerstag an die Opfer des Nationalsozialismus

Suhl - Am bundesweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus fanden sich auch in Suhl Kommunalpolitiker, Mitglieder des Verbandes der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN/BdA), Vertreter des Bündnisses für Demokratie und Toleranz, gegen Rechtsextremismus und Bürger zusammen, um an die sechs Millionen ermordeten jüdischen Männer, Frauen und Kinder, die ermordeten Sinti und Roma sowie weiteren Opfer der Nazi-Diktatur zu erinnern. „Eigentlich müssen wir nicht nur an besonderen Gedenktagen an jene Menschen erinnern, sondern an jedem Tag des Jahres“, sagte Oberbürgermeister André Knapp an die coronabedingt vor der Tür des Alten Rathauses zusammengekommenen rund 40 Menschen gewandt, in dessen Foyer an der Gedenktafel 66 Namen der in der NS-Zeit ermordeten Suhler Bürger stehen. Es sei wichtiger denn je, daran zu erinnern, was der Holocaust bedeutet habe – dass damals niemand in Deutschland und den besetzten Gebieten seines Lebens sicher sein konnte, der nicht mit der herrschenden Ideologie übereinstimmte. „Einer Ideologie, die es erlaubte, Menschen anderen Glaubens zu ermorden – und zwar millionenfach.“

Heidemarie Schwalbe vom Bündnis mahnte die „Corona-Spaziergänger“, „zu schauen, wer vor, neben oder hinter Ihnen geht. Rechtsextremisten und Reichsbürger hätten die durchaus legitime Kritik an Politikern und Maßnahmen längst unterwandert und nutzten sie für ihre Zwecke. Lassen Sie mit Vergleichen von Impfärzten mit Nazi-Ärzten wie Mengele oder beim Tragen gelber Sterne für Ungeimpfte keine Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus zu“, appellierte sie an die Corona-Protestierer. Es dürfe mit Blick auf die Opfer des NS-Regimes kein Vergeben, kein Verdrängen und kein Vergessen geben.

Elke Pudszuhn vom Verband der Verfolgten des Naziregimes zitierte aus Bertolt Brechts 1952 verfasster „Rede für den Frieden“, bevor die Teilnehmer auf der Rathaustreppe im Gedenken an die Opfer Blumen und Gebinde niederlegten, die im Anschluss an die Tafel im Rathaus gebracht wurden.                                                       vat

 

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