Sie ist eine der schönen Verlässlichkeiten – die Sommersonnenwende. Kein Streit, aber wohltuende Einigkeit darüber, dass am 21. Juni die Sonne zum Höchststand aufläuft. Jedenfalls auf der Nordhalbkugel, auf der wir uns eingerichtet haben. Da ist er also, der längste Tag, der freilich nicht länger dauert als jeder andere auch. Aber es ist der Tag, der sich am längsten mit Licht verwöhnt. Sich und uns. Dass wir das der Schieflage unseres Planeten zu verdanken haben, hat was Versöhnliches bei all den anderen Schieflagen, für die Kriege, Krisen und Klimaerwärmung sorgen. Stünde die Erdachse nicht schief, sondern gerade, hätten wir nicht die vier Jahreszeiten. Klar, wir müssten nicht ständig den Kleiderschrank nach kalt und warm umsortieren, hätten aber weder das Frühlingserwachen nach dem dunkelkalten Winter, nicht den erdig duftenden Herbst und nicht den Sommer mit reichlich Sonne.
Gedanken zur Zeit Sonne und die Schattenseite des Lichts
Heike Hüchtemann 20.06.2025 - 15:00 Uhr