Neulich im Meininger Staatstheater. Verdis „Otello“ war gerade verklungen. Die Tragödie hatte ihren Lauf genommen, die letzten Töne standen noch im Raum, die Bühne lag im Dunkel. Doch kaum war das Ende erreicht, setzte bereits der Applaus ein. Bravo-Rufe erklangen, die ersten Zuschauer erhoben sich von ihren Sitzen. Und ich fragte mich: Wann haben wir eigentlich verlernt, einem Augenblick Zeit zu geben?