Herzog Ernst II. von Sachsen-Hildburghausen war mit 56 Jahren für damalige Verhältnisse schon ein reifes Semester, als er eine für seine Residenzstadt folgenreiche Entscheidung traf: 1711 lud er französische Glaubensflüchtlinge in sein Residenzstädtchen ein. Die Hugenotten waren dem Glauben nach Protestanten, die nach Aufhebung des Toleranzedikts von Nantes durch den gottgleichen Sonnenkönig Ludwig Nummer 14 aus dem katholischen Frankreich fliehen mussten. Diese Einladung, sozusagen die barocke Version von Angela Merkels „Wir schaffen das“, verhalf der heutigen Kreisstadt zur Blüte. Auch, weil Ernst ein klares Ziel verfolgte. Man mag ihm Solidarität mit den Glaubensbrüdern unterstellen. Um politisches Asyl aber ging es ihm nicht. Er wollte der heimischen Wirtschaft auf die Beine zu helfen.
Gedanken zur Woche Wir schaffen – was eigentlich?
Peter Lauterbach 28.08.2025 - 20:29 Uhr