Gaudiwettbewerb Den Bierathlon sehr gut gemeistert

Das 1. Bierathlon, veranstaltet vom Maßfelder Carneval Verein (MCV), ist am Sonntag mit einer After-Run-Party erfolgreich im Untermaßfeld Bürgerhaus gefeiert worden.

Sieg auf Ansage nennt man das, was die vier Frauen vom 1. Lebersportverein Rohr zum MCV-Bierathlon am Samstag in Untermaßfeld umgesetzt haben. Stefanie Weigel, Franziska Möhring, Janie und Emelie Kemmerzehl sind nicht nur als erste Mannschaft an den Start gegangen, sie hatten auch den Ehrgeiz den Pokal des ersten regionalen Bierathlons mit nach Hause zu nehmen. Logisch, dass sie sich auf den Ausscheid im Vorfeld entsprechend vorbereitet hatten. Sie kannten nicht nur die Strecke, auch mental hatte Trainerin Stefanie Müller ihre vier Damen in Bestform gebracht. Vor dem Start gab es zur Einstimmung für jeden einen Klopfer. Den süßen Schnaps konnten sie anschließend mit „Lil Rose Wild Berry“ runterspülen. Die Frauen hatten sich für den weinhaltigen Cocktail anstatt für Bier oder Radler als Wettkampfgetränk entschieden. Sechs 0,75 Literflaschen waren von ihnen zu leeren. Der Vorteil lag für die flotten Vier auf der Hand: „Der Wein lässt sich besser trinken und schäumt nicht.“ Die Männerteams hatten getränketechnisch keine Wahl. Sie mussten 20 Flaschen mit je 0,5 Liter Bier trinken. Die Teams liefen durchweg mit einem Kasten Bier los. Weil die Brauerei aus Meschede-Grevenstein als Sponser gewonnen werden konnte, gab es außerdem nur Veltins. Das schmeckte nicht jedem Teilnehmer, zumal es warm war, was wiederum als eine Hürde des Ausscheids angesehen werden darf.

Ausgedacht hatte sich den ganzen Spaß und die Spielregeln Christian Kunz vom MCV, nachdem ein Zeitungsbeitrag über einen Ilmenauer Bierathlon ihn auf die Idee gebracht hatte, ein solches Event auch in Untermaßfeld durchzuführen. Den Elferrat konnte er geschlossen dafür begeistern. Das ist nun zwei Monate her. Für die Vorbereitung eines solchen Events eine relativ kurze Zeit. Kunz machte sich im Internet kundig, wie Veranstalter anderer Kommunen diesen Trendsport aufzogen und bastelte für die hiesigen Athleten und Athletinnen ein Parcours zusammen, dass zu Untermaßfeld und zum MCV passte. Heraus kam ein Rundweg von knapp vier Kilometern mit fünf Stationen, an denen die Teilnehmer Aufgaben lösen und ihre Laufzettel abstempeln lassen mussten.

Das 1. MCV-Bierathlon entwickelte sich bereits kurz nach seiner Bekanntmachung in den sozialen Netzwerken zu einem gefragten Event. Unter zehn Mannschaften, so erinnert sich Kunz, wollte man es nicht machen. Dass sich binnen kürzester Zeit mehr als 40 Teams meldeten, übersteig alle Erwartungen. Schnell wurde der Gaudiwettkampf zu einem Spektakel, wie es Untermaßfeld lange nicht erlebt hatte. 40 Mannschaften blieben unter dem Strich übrig, die wegen der in Aussicht gestellten Bonuspunkte fast durchweg am Sonntagnachmittag kostümiert antraten. Eine illustre bunte Gemeinde bevölkerte so das Bürgerhaus. Die örtlichen Narren waren von der Resonanz überwältigt. Ihr Ziel, nach zweijähriger Coronapause mal wieder Menschen im Rahmen eines lustigen Vergleichs zusammenbringen und gemeinsam zu feiern, sahen sie schon erfüllt, als im Minutentakt die sieben Frauen- und 33 Männerteams auf die Piste geschickt wurden. Ähnlich wie bei den Getränken sind die Regeln auch für alle Starter etwas aufgeweicht worden. So sollte eine Mannschaft aus vier Personen bestehen. Es gab aber auch Ausnahmen, wo Teams ausfallbedingt mit nur drei Leuten losliefen. Für die Zuschauer vor Ort ergab sich so die Gelegenheit zum Mitmachen, die offenbar aber keiner nutzte.

Die „Alkohooligans“, „Bier für vier“, „Rosis Speiseexpress“, die „Mäninger L(S)aufnarren“ und die „Feuerwehr Untermaßfeld“ waren zusammen mit acht weiteren Mannschaften noch gar nicht losgelaufen, da enterten die Ladys vom Team 1 des Rohrer Lebersportverein bereits das Ziel. Sie waren schneller als gedacht zurück, was den Verein organisatorisch in die Bredouille brachte. Neben den Aufrufen für die letzten Starts waren nun auch die Einläufe zu koordinieren und vor allem zu kontrollieren. Sind die Schraubverschlüsse/Kronkorken vollzählig wieder mitgebracht worden? Sind die Flaschen alle leer und vollzählig? Diese und weitere Vorgaben mussten überprüft und schriftlich festgehalten werden. Bei Verstößen gegen die Regeln drohten Zeitaufschläge. Den meisten Teilnehmern war das schnuppe. Allein die Rohrer Frauen vom Team 1 schauten genau hin und ließen nichts anbrennen. Janie Kemmerzehl hatte Strecke und Zeit genau festgehalten. Ihr Uhr zeigte 3,7 Kilometer an, die sie in 39,52 Minuten zurückgelegt hatten. Den Kostümbonus mit eingerechnet schnitten sie in der Zeit noch besser ab und lagen mit fast einer Minute Vorsprung auf die nächste Mannschaft (Männer) in der Gesamtwertung unschlagbar weit vorne.

Voller Inbrunst intonierten die Rohrspatzen die MCV-Hymne. Es war die letzte Aufgabe, die von jeder Mannschaft zu absolvieren war. Durch diesen permanenten Singsang herrschte durchweg beste Stimmung unter den Gästen und Akteuren vor dem Bürgerhaus. Den Refrain „MCV, MCV, wir feiern Karneval helau, helau“ konnte nach ein paar Durchläufen jeder Besucher mitsingen.

Zur Siegerehrung am frühen Abend hielten glückliche Rohrer Frauen den Pokal in den Händen. Platz zwei ging an „LilRöschen“ (Meiningen), und Platz 3 an die „Wild Bärys“ (Themar). Bei den Männern hatte „Kein Bier vor vier“ (Meiningen) die Nase vorn, gefolgt von den „Thekenproleten“ (Obermaßfeld) und „Lost in Berradise“ (Untermaßfeld).

Für den MCV war die Veranstaltung ein Volltreffer und zugleich eine schöne Werbung für den örtlichen Karneval, der am 11. 11. mit der Schlüsselübergabe im Rahmen einer musikalischen Auftaktveranstaltung gefeiert werden soll. Zum Bierathlon-Ausklang, der mit einer After-Run-Party gefeiert wurde, ist das Parkett des örtlichen Bürgerhaus am Sonntag schon einmal ordentlich eingetanzt worden.

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