Gartenmarkt in Kloster Veßra Premierengast: „Was für eine Vielfalt“

Der Gartenmarkt in Kloster Veßra hat Tradition. Viele Wiederholungstäter gibt es nicht nur unter den Händlern, sondern auch unter den Besuchern, die am heißen Auftakt-Tag auf das Museumsgelände strömen.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. „Vorgenommen hatten wir uns das schon ein paar Jahre“, sagt Regina Weyrauch, die sich gerade bei den Stauden der Gärtnerei Gabel umschaut. „Und dann kam Corona dazwischen“, ergänzt ihr Mann Peter. Das Ehepaar ist am Donnerstag aus Floh im Landkreis Schmalkalden-Meiningen angereist zum Auftakt des viertägigen Gartenmarktes auf dem Gelände des Hennebergischen Museums Kloster Veßra. „Die große Blumenauswahl“, hat es Regina Weyrauch angetan, die bereits eingekauft hat. Davon zeugen gut gefüllte Beutel. „Was für eine Vielfalt, aber auch sonst ist für jeden etwas dabei.“ Denn die etwas mehr als 100 Aussteller bieten neben großen Pflanzensortimenten mit Blumen, Kräutern und Gehölzen viele weitere Produkte rund um das Thema Garten, Terrasse oder Balkon an, aber auch Bürsten, Besen, Creme, Dachbeschichtungen, Lederwaren, Schnaps, Schnitzereien und noch vieles mehr.

„Wir sind ausgebucht“, sagt André König aus Suhl, der mit seiner Firma unter dem Namen „Gartenkönig“ solche großen Märkte organisiert – seit mehr als einem Jahrzehnt auch in Kloster Veßra, wo am Donnerstag mit guter Resonanz „nahezu alles so läuft wie vor der Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen“. Der 62-Jährige verrät: „80 bis 90 Prozent der Händler sind Wiederholungstäter.“ Wer sich umhört erfährt, dass auch viele Gäste gerne wieder kommen. Die Weyrauchs jedenfalls können sich den nächsten Besuch im kommenden Jahr gut vorstellen.

Gärtner Stephan Gabel aus Heidenfeld bei Schweinfurt ist einer derjenigen, die alle Jahre wieder in Kloster Veßra mit ihren Mitarbeitern dabei sind. Der Stammgast aus Unterfranken bietet „Stauden von A bis Z“ an, darunter Raritäten wie Felsenteller oder Sonnenauge. Kloster Veßra sei ein gutes Pflaster, aber „jeder Markt ist eben eine neue Herausforderung“ für den Familienbetrieb. „Jetzt müssen wir mit der Wärme und mit der Urlaubszeit kämpfen.“

Temperaturen etwas über der 20-Grad-Marke und dazu leichter Wind „sind ideal“, sagt André König. Am Donnerstag stieg die Quecksilbersäule zeitweise aber bereits über 25 Grad, was trotz Schattenplätzen auf dem Museumsgelände nicht jedermann behagte. „Am Wochenende konkurrieren wir dann mit den Schwimmbädern“, sagt König. Denn für Samstag und Sonntag sagen Experten 32 und sogar 35 Grad Celsius voraus.

Zusätzliche Angebote sollen die Zuschauer dennoch nach Kloster Veßra locken: etwa die Vorführungen der Horus-Falknerei aus Schleswig-Holstein am Samstag und Sonntag um 14 Uhr (Greifvogelschau mit Bussarden, Adlern, Eulen und Falken) und 16 Uhr (Windhundevorführung sowie die Fachvorträge der Garten-Expertin Lydia Ehrentraud aus Hildburghausen an Samstag und Sonntag um 13.30 Uhr und 15.30 Uhr an der Vortragsinsel am Teich neben der alten Schmiede. Auch Messer- und Scherenschleifer sowie eine Glasbläserin werden dann zu sehen sein.

Wer passend zu den hohen Temperaturen einen Schattenspender für seinen Garten sucht, dem empfiehlt Natascha Vilimowitsch aus Landshut aus Bambus gefertigte Pavillons mit Palmendach, die zudem schmuck anzusehen sind. Die kosten mehrere tausend Euro und werden komplett geliefert – nur das Dach wird vor Ort aufgebracht. „Es lässt sich gut an“, sagt sie und schmunzelt, denn einen Pavillon hat sie bereits „so gut wie“ verkauft.

Einige Stände weiter reicht Marco Stengel gerade verkauften Likör über den Ladentisch, der nicht in eine Flasche, sondern in ein stilechtes Einmachglas gefüllt ist, zu dem es einen passenden Ausgießer gibt. „Schnaps, nicht Honig“, steht auf einem Schild geschrieben, damit es nicht zu Verwechslungen kommt. Haselnuss und Blutorange mit 26 % Alkoholgehalt oder einen Weizenbrand mit 50 % bietet er unter anderem zum Verkosten an. „Die Blutorangen habe ich erst gestern gepflückt, deshalb gibt es hier keine mehr“, scherzt er und spricht gleich wieder Vorbeigehende an: „Nicht nur Blumen kaufen, auch hier probieren.“ Das tun Feodor Grimm, seine Frau Christel und seine Tochter Daniela aus Grammental im Weimarer Land. „Schmeckt gut“, sagt der Vater, der nicht nur den Gartenmarkt sehr ansprechend findet. „Das ganze Ambiente ist schön, man kann sich umschauen, kaufen, Landmaschinen anschauen, ins Museum gehen.“ Die Grimms „nehmen das alles mit“, sagt seine Frau.

Im Museum ist zur Zeit auch die Sonderausstellung „Heimat. Eine Annäherung“ zu sehen, welche die Entwicklung des Heimatbegriffs von der Industrialisierung bis zum wiedervereinten Deutschland aufzeigt. „Schauen Sie unbedingt rein“, sagt Museumsdirektorin Claudia Krahnert. Das kostet von Freitag bis Sonntag nichts zusätzlich. Denn der Eintritt für das Museum ist in der Tageskarte für den Gartenmarkt bereits inbegriffen.

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