Galerie Zella-Mehlis Das punkige Frauenbild von Angela Hampel

Neue Ausstellung in der städtischen Galerie im Bürgerhaus in Zella-Mehlis: Angela Hampels Arbeiten thematisieren Liebe und Gewalt, Leben und Tod.

Angelia Hampel stellt ab Freitag in Zella-Mehlis aus. Foto: privat

Unter dem Titel „Zwischen oben und unten“ heißt die nächste Ausstellung in der Galerie im Bürgerhaus. Zur Vernissage sind Kunstfreunde am Freitag, 15. August, ab 19 Uhr, eingeladen. Gezeigt werden Zeichnungen und Grafiken der deutschlandweit bekannten Dresdner Künstlerin Angela Hampel. Die Vernissage wird musikalisch begleitet von Klaus Wegener an Saxofon und Klarinette. Bei einem kleinen Imbiss und kühlen Getränken können Gäste mit der Künstlerin ins Gespräch kommen. Moderiert wird die Runde von Frank Rothämel, dem langjährigen Leiter der Galerie im Bürgerhaus. Die Ausstellung ist bis zum 31. Oktober zu sehen, teilt Hendrik Neukirchner, geschäftsführender Projektmanager des Vereins Provinzkultur, mit.

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Forstfacharbeiterin mit Hang zur Kunst

Mit Angela Hampel stellt eine der bedeutendsten Malerinnen der Bundesrepublik Deutschland in Zella-Mehlis aus. Die 1956 in Räckelwitz bei Kamenz geborene Künstlerin lernte zunächst Forstfacharbeiterin, bevor sie an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste Malerei studierte. Leben und Tod, Tier und Mensch, die Beziehung zwischen Mann und Frau, Liebe und Gewalt sind die Inhalte, die ihre Bildmotive bestimmen. Die berühmt gewordenen punkigen Frauenbilder von Angela Hampel sorgten in der Vorwendezeit nicht nur in der DDR, sondern auch im Westen für großes Aufsehen. Inspiration findet die heute in Dresden lebende Künstlerin auf Reisen, sie war jahrelang passionierte Bergsteigerin, aber auch in der Mythologie und in der Geschichte.

Ohne sich dem Betrachter anzubiedern

„Angela Hampel gehört zu den wichtigsten Vertreterinnen der neuen Malerei in Deutschland, arbeitet aber auch in der Form von Rauminstallationen und Environments“, heißt es über ihre Arbeiten beispielsweise im Frankfurter Grafikbrief. Marek Śnieciński, in polnischer Lyriker und Erzähler, hebt hervor: „… In ihren Zeichnungen fällt die Unmittelbarkeit, die asketische Brutalität der Aussage ins Auge. Die Künstlerin meidet jegliche Dekorativität. Es zählt nur die Mitteilung – hart, kalt, ohne sich dem Betrachter anzubiedern. Mittel der Erzählung ist der menschliche Körper, der obsessiv behandelt wird. (…) Das Zusammenfügen der unterschiedlichsten Elemente vollzieht sich im Geist der Künstlerin, die uns den endgültigen Effekt des Prozesses zeigt, reduziert auf die einfache zeichnerische Niederschrift…“

Eine spannende Künstlerin

Angela Hampel wurde 1956 in Räckelwitz geboren, absolvierte von 1972 bis 1974 eine Lehre als Forstfacharbeiterin und arbeitete im Anschluss bis 1976 Arbeit in dem Beruf und als und Kraftfahrerin. Parallel absolvierte sie ein Abendstudium in Bautzen. 1976 bis 1977 war Angela Hampel Mitarbeiterin für Jugendfragen im Kreiskulturhaus Kamenz, 1977 bis 1982 absolvierte sie ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Prof. Jutta Damme und Dietmar Büttner. Seit 1982 ist sie freischaffend und arbeitet seit 1984 Dresden und in Berlin, hier in der Keramikwerkstatt von W. Maaß.

1986 erhielt die Künstlerin den Preis des Staatlichen Kunsthandels der DDR, seit 1987 beschäftigt sie sich mit Performances, Installationen, Environments, also der Beziehung zwischen Objekt und Umgebung. 1989 war sie Initiatorin und Mitbegründerin der Dresdner Sezession 89. 1990 erhielt Angela Hampel den Marianne-Werefkin-Preis, zuletzt 2023 den Kunstpreis der Stadt Dresden. Eine spannende Künstlerin also.