Das Interesse ist auch in Pakistan (rund 255 Millionen Einwohner) groß: Viele Menschen tragen Messi-Trikots, das Stadtviertel Lyari in der Hafenmetropole Karachi wird zudem "Mini-Brasilien" genannt - wegen der Begeisterung für die Südamerikaner. Die Sportinfrastruktur des Landes ist aber auf Cricket ausgerichtet, das während der britischen Kolonialherrschaft eingeführt wurde. Dennoch wird schon seit langem versucht, eine Fußball-Profiliga zu etablieren. Streitereien, kaum Geld für Nachwuchsprogramme und kaum Bolzplätze in der Fläche lähmen aber die Entwicklung.
Zwar war Pakistan noch nie bei der WM dabei, aber ein Teil des südasiatischen Landes ist bei jedem Match vertreten: Der Spielball "Trionda" wird für den Hersteller Adidas in der Industriestadt Sialkot gefertigt.
Nigeria
Nigeria (etwa 242 Millionen Einwohner) gehört trotz der verpassten WM 2026 zu den Schwergewichten Afrikas. Es gibt wie in anderen westafrikanischen Staaten Fußballakademien, die die Hoffnung vieler Jugendlicher auf eine Zukunft als Prof schüren. Nach dem erneuten Scheitern der "Super Eagles" wurde allerdings kritisiert, die Talentförderung vernachlässigt zu haben.
Bangladesch
Hinter Cricket gilt Fußball in Bangladesch als zweitbeliebteste Sportart der etwa 175 Millionen Einwohner im Land. Einst sei Fußball sogar populärste Sportart gewesen, schreibt die Zeitung "The Asian Age". Trotzdem hat sich Bangladesch noch nie für eine WM qualifiziert. Schwaches Management, zu geringe Investitionen und eine schlechte Infrastruktur für Talente seien die Gründe. Im März spielte immerhin zum ersten Mal eine bangladeschische Mannschaft beim Asian Cup der Frauen. Der nationale Verband jubelte über die Qualifikation: "Macht euch bereit, Asien, Bangladesch ist auf der Fußball-Landkarte angekommen!"
Äthiopien
Äthiopien (etwa 139 Millionen Einwohner) ist bekannt für seine starken Langstreckenläufer, im Fußball zählt es zu den Schlusslichtern Afrikas (FIFA-Platz 143). Bewaffnete Konflikte, die schlechte Sicherheitslage und nur wenige Stadien erschweren Talentsichtung und Nachwuchsförderung. Das Nationalteam musste in den vergangenen Jahren sogar Heimspiele im Ausland austragen, weil keines der Stadien mehr internationalen Standards genügte.
Und Russland?
Russland, normalerweise recht häufiger Turniergast, nimmt nicht an der WM teil, weil FIFA und UEFA die russischen National- und Vereinsmannschaften nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 bis auf weiteres von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen haben.