Fußball-Vorschau Thüringenliga: Zwei zuhause, einer auswärts

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Rückkehrer: Mohammed Al Saeed, hier noch im Trikot des FSV Martinroda, wird zur Spielvereinigung Geratal zurückkehren und soll als Stürmer den verletzten Maximilian Zachert ersetzen. Foto: Gerhard König

Die drei Fußball-Thüringenligisten des Ilm-Kreises hatten das letzte Pokal-Wochenende spielfrei. Nun geht es in der Liga für sie weiter.

Der FSV Martinroda empfängt am Samstag, 15 Uhr, Glücksbrunn Schweina im Sportpark. Das letzte Aufeinandertreffen beider Mannschaften datiert aus dem Jahr 2019, als sich die Martinrodaer mit 4:1 im Pokal durchsetzten. In der Thüringenliga hatte es zuvor ein denkwürdiges 7:4 für Schweina gegeben. Ansonsten spricht die Bilanz der – allerdings schon etwas zurückliegenden – Jahre für den FSV, vor allem in den Heimspielen. Einen ähnlichen Erfolg könnten die Benkenstein-Schützlinge nach dem durchwachsenen Saisonstart nun gut gebrauchen.

„Wir haben das freie Wochenende genutzt, um wirklich einmal frei zu machen, hatten aber am Freitag ein internes Testspiel gegen Spieler aus unserer U19 und U23 gemacht und sind dann am Dienstag wieder ins Training gestartet“, erklärt der Sportliche Leiter, Sebastian Bach. Tom Nowak und Marc Andris werden aus privaten Gründen fehlen. Spielertrainer Julius Benkenstein ist gesundheitlich angeschlagen, sodass sich sein Einsatz kurzfristig entscheiden wird. Lukas Weiß, der das Derby in Geraberg wegen muskulärer Probleme verpasste, ist mittlerweile wieder ins Training eingestiegen. Ob er für Samstag bereits wieder eine Option ist, muss sich aber kurzfristig zeigen.

„Schweina ist die Überraschungsmannschaft der Liga, steht als Aufsteiger nach fünf Spielen gut da, hat enorme Offensivkraft gezeigt und kann auf erfahrene Spieler wie Schellenberg, setzen“, schätzt Sebastian Bach den Gegner ein, der nach drei Siegen und zwei Niederlagen auf Platz Vier liegt. „Wir dürfen ihn auf keinen Fall unterschätzen. Natürlich wünschen wir uns einen Heimdreier.“

Gerataler Verletztenmisere

Die Spielvereinigung Geratal muss am Samstag, 15 Uhr, beim Meister der letzten Saison, dem FC Thüringen Weida, antreten und dabei auf etliche Stammspieler verzichten. „Uns fehlen sechs, sieben Leute und das langfristig“, erklärt Trainer Robin Keiner. Besonders bitter: Die Verletzung, die sich Stürmer Maximilian Zachert vor drei Wochen in Arnstadt zuzog, erwies sich mittlerweile als noch schlimmer als befürchtet. „Er hat einen Kreuzbandriss und wird mindestens die halbe, wenn nicht gar die ganze Saison ausfallen“, berichtet Robin Keiner. Auch der darauffolgende Derbysieg gegen Martinroda wurde mit der Verletzung von Bastian Bischof teuer bezahlt. „Er hat Minimum einen Bänderriss, aber womöglich ist auch der Knochen oder der Knorpel beschädigt“, so Keiner.

Umso froher war der Trainer über die Spielpause am letzten Wochenende: „Sonst hätten wir wahrscheinlich Probleme gehabt, elf, zwölf Mann zusammen zu bekommen.“ Nun gereiche der relativ große Kader dieser Saison aber zum Vorteil, müssten eben andere für die Verletzten einspringen. Marcel Hummel, Neuzugang aus Arnstadt, wird am Samstag erstmals im Kader stehen. Und für die nächsten Spiele hat die Spielvereinigung ein weiteres As im Ärmel: Mohammed Al Saeed, zuletzt in Martinroda aktiv, kehrt ins Geratal zurück. „Er kommt allerdings auch aus einer Verletzung, muss sich erst reinfinden. Außerdem steht die Spielgenehmigung noch aus“, sagt Robin Keiner, der an diesem Wochenende auch auf die verhinderten Christopher Thurau und Felix Behr verzichten muss.

Dass Weida bisher nur auf Platz acht und damit zwei Plätze hinter Geratal steht, überrasche ihn. „Eigentlich haben sie sich gut verstärkt, aber wahrscheinlich muss sich die Mannschaft erst zusammenfinden“, sagt er. „Sie spielen einen sehr disziplinierten Fußball, machen wenig Fehler und verteidigen immer mit elf Mann hinterm Ball. Da müssen wir Lösungen finden, Chancen kreieren und diese dann auch nutzen. Wenn wir es schaffen, hinter die Viererkette zu kommen, sie zu beschäftigen, dann werden wir auch Chancen haben. Darauf haben wir im Training den Schwerpunkt gelegt.“ In der letzten Saison hatte man in Weida 1:2 verloren, zuhause gab es ein 0:0.

Spitzenreiter gegen Schlusslicht

Der SV 09 Arnstadt empfängt am Samstag um 15 Uhr die SG Gera-Westvororte. Die Gäste aus Ostthüringen zieren gegenwärtig mit drei Punkten und 3:12 Toren das Tabellenende. Nach vier Niederlagen am Stück setzten sie am vergangenen Spieltag mit einem 1:0-Heimsieg gegen den alteingesessenen Thüringenligisten Heiligenstadt allerdings ein Achtungszeichen. Gera stieg 2019 erstmalig in Thüringens höchste Spielklasse auf und absolviert nun seine vierte Spielzeit. Der SV 09 Arnstadt übernahm nach dem schwer erkämpften Sieg in Schweina die Tabellenspitze und will sie gegen das Schlusslicht verteidigen. Das wird nur über eine kompakte Mannschaftsleistung gehen, dennoch haben die Nullneuner genug individuelle Qualität, um als Sieger hervorzugehen. Insgesamt standen sich beide Teams in Landesklasse und Thüringenliga fünfmal gegenüber, wobei die Bachstädter alle Begegnungen siegreich gestalten konnten.

 

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