Fußball Viel Farbe im Pokalderby

Schweinas Kapitän Patrick Schellenberg (rotes Trikot) setzt sich gegen Wacker-Spieler Phil Pulkus durch und erzielt den Treffer zum 2:0-Endstand. Foto: Heiko Matz

Drei Rote Karten

Schweina -

Mehr als 400 Zuschauer strömten zum Pokalderby auf die Traversen des Glücksbrunner Stadions. Eine tolle Kulisse, die sich das erste Pflichtspiel ihrer Mannschaften nach der langen Auszeit nicht entgehen lassen wollten. Sie bildeten die tolle Kulisse für eine Partie, in der der Gast über eine Stunde in Unterzahl spielte. Trotzdem hatte es die engagierte Wacker Elf in der Hand, sich für die erste Hauptrunde zu qualifizieren. Erst ein Treffer von Schweinas Routinier Patrick Schellenberg in der Nachspielzeit brachte die Entscheidung zugunsten der Hausherren.

Mit Robert Kämpf, Mario Bischoff, Thomas Wand und Adrian Vogt fehlten bei der Spielgemeinschaft aus Schweina und Gumpelstadt vier Stammkräfte. Trainer Olaf Gabriel stellte im Gegensatz zu den letzten Spielen in der Vorbereitung um, und beorderte seinen Kapitän Patrick Schellenberg in den Sturm. Seine Rolle als Spielmacher vor der Viererkette um die Innenverteidiger René Heger und Patrick Köhler übernahm Sebastian Klisa, der vor Saisonbeginn aus Niedersachsen in das Altensteiner Land wechselte.

Mit voller Kapelle liefen die Kurstädter zur Pokal-Qualirunde auf. Leonard Schmidt und Albert Efremov bildeten das Gerüst der Vierer-Abwehrkette. In der Offensive sollte das Wacker-Urgestein Mathias Weisheit entscheidende Akzente setzen.

In den ersten 20 Minuten agierten beide Mannschaften aus einer sicheren Deckung und versuchten, mit sicheren Ballpassagen ins Spiel zu finden. Die Gäste versteckten sich keinesfalls und erzielten spielerische Ausgeglichenheit. Allerdings fehlte es auf beiden Seiten an Präzision, sodass beide Torhüter kaum eingreifen mussten.

Nach 20 Minuten kam mehr Schwung ins Spiel. Ein erstes Achtungszeichen setzte Schweinas Mann in der Spitze, Patrick Schellenberg, der in zentraler Position mit einem Steilpass geschickt wurde und an Wacker-Torhüter Philipp Konjevic scheiterte (23.). Viel Aufregung gab es sieben Minuten später. Schweinas linker Verteidiger Luca Schmidt passte hoch in den Gästestrafraum. Bei der Auseinandersetzung um den Ball mit dem rechten Offensiven der Glücksbrunner, Noah Giesbrecht, ließ der Gäste-Torhüter den Ball durch die Finger gleiten. Beim Nachsetzen foulte er Giesbrecht. Der Schiedsrichter Daniel Martjuschew entschied auf Elfmeter und Rote Karte für Konjevic. Schiedsrichterbeobachter Karl-Heinz Gläser meinte zur Entscheidung: „Völlig unstrittig.“ Den fälligen Strafstoß ließ sich Patrick Köhler nicht entgehen. Schnörkellos ließ er mit einem platzierten Flachschuss in die linke Ecke Wackers Denny Hoffmann, der den Platz von Konjevic einnahm, keine Chance. Die Folge: 60 Minuten Unterzahl für die Wackeraner, noch dazu auswärts.

Bis zur Halbzeit gab es kaum weitere nennenswerte Szenen. Auch nach dem Wiederanpfiff dominierten auf beiden Seiten die Abwehrreihen. Trotz einem Mann weniger erzielten die Gäste Gleichwertigkeit und kamen zu einigen wenigen Tormöglichkeiten. Bei einem Distanzschuss aus 20 Metern von Marcel Kümpel musste Schweinas Torhüter Christian Pfestorf all sein Können zeigen, um den Flachschuss um den linken Pfosten zu entschärfen (60.). Auf der anderen Seite setzte Schellenberg Noah Giesbrecht halbrechts im Strafraum in Szene, aber der Schweinaer verzog (63.). Die beste Wacker-Chance ließ Philipp Volkhardt liegen, der zentral aus zehn Metern verzog (66.).

In den Schlussminuten kam abermals Farbe ins Spiel, allerdings nicht durch außergewöhnliche spielerische Glanzleistungen. Zunächst musste der gerade eingewechselte Wacker-Verteidiger Marvin Berg nach einem unnötigen Foul vom Platz (84.). Auch Schweinas Christian Roth durfte nur zehn Minuten mitspielen. Wegen wiederholtem Foulspiel zeigte ihm der Schiedsrichter Gelb-Rot (88.).

Mit der letzten Chance verpasste Wackers Leonard Schmidt den Ausgleich. Der Linksfuß verzog in der Nachspielzeit einen Freistoß aus 20 Metern. Sein Ball flog nur knapp vorbei am flachen Eck. So machte einmal mehr Patrick Schellenberg den Deckel auf den Schweinaer Sieg. Weit in der Nachspielzeit beförderte er die Kugel per Kopf in die Maschen.

Beobachter Karl-Heinz Gläser zog nach der Begegnung sein Fazit: „Das Niveau in den Landesklasse-Partien schätze ich höher ein als bei der heutigen Pokalauseinandersetzung. Bad Salzungen agierte trotz Unterzahl strukturierter und zielstrebiger. Aber das nutzt eben nur wenig, wenn die Chancen nicht genutzt werden.“ Mit seiner Meinung stand er nicht allein.

 

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