Fußball: Trauer beim SC 06 Oberlind Mit der Bratwurstzange übers Spielfeld

Hermann Heymann. Foto: /Verein

Fußball-Kreisoberligist SC 06 Oberlind trauert um sein Ehrenmitglied und einen der besten Südthüringer Torhüter seiner Zeit – Hermann Heymann, auch Träger der Ehrennadel des Thüringer Fußballverbandes (TFV) in Gold. Er verstarb im Alter von 82 Jahren.

Oberlind - Fußball-Kreisoberligist SC 06 Oberlind trauert um sein Ehrenmitglied und einen der besten Südthüringer Torhüter seiner Zeit – Hermann Heymann, auch Träger der Ehrennadel des Thüringer Fußballverbandes (TFV) in Gold. Er verstarb im Alter von 82 Jahren.

Hermann Heymann gehörte von Kindesbeinen an zum Verein, trat 1948 dem SC 06 bei. Seine sportlichen Erfolge im Tor der Grün-Weißen sind legendär und unvergessen. Bekannt wurde er aber schon vorher – so 1954 als Kreis- und Bezirksmeister der Pioniere. 1956 folgte ein weiterer Bezirksmeistertitel in der A-Jugend. 1957, mit 18 Jahren, begann Heymanns sportliche Laufbahn in der ersten Fußballmannschaft beim damaligen Sportclub, bei Motor Oberlind. Mit dieser Mannschaft spielte er in der 2. DDR-Liga und konnte hier mit vielen herrlichen Paraden seine herausragenden Torhüterqualitäten unter Beweis stellen. Auch mit 37 Jahren stand er immer noch souverän im Tor der Oberlinder Bezirksliga-Elf. Er bestritt aktiv über 1000 Spiele für den Verein. 1964 wurde er auch noch Bezirkspokalsieger und Anfang der 1990er Jahre dreimal in Folge Südthüringer Meister mit der Alt-Herren-Crew des SC 06.

Hermann war nach seiner aktiven Laufbahn ein erfolgreicher Übungsleiter mehrerer Jugendmannschaften sowie Jugendleiter, Schiedsrichter, Platzwart und Vereinswirt – ein Allrounder durch und durch eben. Mit seinem reichen Erfahrungsschatz unterstützte er gemeinsam mit seinem ebenso erfolgreichen Sohn Mario von 1992 an die Damenmannschaft des SC 06. Hier war er bis zuletzt bei jedem Heimspiel „seiner“ Damenmannschaft – auch wenn es ihm noch so schlecht ging. Seine Mädels machten ihm Spaß und brachten ihn kurzzeitig auf andere Gedanken. SC-Kapitänin Romy Fölsche erinnert sich: „Bei jeder Niederlage hatte er immer einen kessen Spruch auf den Lippen, bei Siegen immer auch kritische Worte.“

Unvergessen soll eine Fußball-Partie „seiner“ Mädels gewesen sein, in der Hermann Heymann eigentlich abseits des Spielfeldes den Bratwurstrost anschürte und „versorgte“. Doch auch dabei hatte er immer mindestens ein Auge auf das Spiel der beiden Damenmannschaften gerichtet. Einmal jedoch habe ihn eine Schiedsrichterentscheidung so geärgert, dass er mit Bratwurstzange über das Spielfeld lief, um seinen Ärger Luft zu machen. Die Szene soll aber ein friedliches Ende genommen haben, aber „es waren solche Momente, in denen man merkte, wie viel sportliche Leidenschaft in ihm steckte“, würdigt die Kapitänin Hermann Heymann.

Der Verein SC 06 Oberlind drückte den Hinterbliebenen nicht nur sein Mitgefühl und aufrichtiges Beileid aus, sondern versprach auch, Hermann Heymann für seine Verdienste um den Oberlinder Fußballsport und für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement immer im ehrenden Gedenken zu behalten. red

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