Fußball-Thüringenliga Testspielsieg mit einigen Problemen

In starker Verfassung: Andreas Linke (vorn) glänzte nicht nur mit drei Treffern, davon einer aus der Kategorie „Traumtor“ – er war auch sonst beim ersten Testspiel in Suhl-Goldlauter ein wichtiger Aktivposten im Angriff der SpVgg Geratal. Foto: /Karl-Heinz Frank

Fußball-Thüringenligist SpVgg Geratal gelingt zum späten Auftakt seiner Testspiel-Serie ein standesgemäßes 4:1 (2:1) beim Landesklasse-Absteiger FSV Goldlauter.

Goldlauter - So, nun hat auch der einzige verbliebene Thüringenligist im Ilm-Kreis, die SpVgg Geratal, ihr erstes Spiel nach über achtmonatiger Pause absolviert und es – im Gegensatz zum klassenhöheren Nachbarn – standesgemäß gewonnen: 4:1 (2:1) beim FSV Goldlauter, mithin einem Gastgeber, der die Landesklasse als zu schwierig empfand und sich deshalb nach der Abbruchsaison 2020/21 freiwillig wieder in die Kreisoberliga Rhön/Rennsteig zurückstufen ließ.

Man muss da aber ein bisschen relativieren, nicht nur weil die Tore Nr. 3 und 4 mit Unterstützung des gegnerischen Torwarts bzw. des Schiedsrichters zustande kamen. Und weil Torwart Bradsch mit seinem überragenden 1:1-Können zwei hundertprozentige Goldlauterer Chancen zunichte machte (26., 60.): Es lief – vor stattlicher Zuschauerkulisse – längst noch nicht alles rund bei den Geratalern.

Abstimmungsprobleme im Defensivverbund und viele zu lange Pässe auf die Stürmer waren die auffälligsten „Sünden“, und generell war das Form-Gefälle innerhalb der Mannschaft noch zu groß. An der Gerataler Spitze verorteten sich dabei der überragende Andreas Linke, nicht nur wegen seiner drei Tore, und der um Struktur im Spiel bemühte Justin Weidlich, außerdem der gewohnt zuverlässige Bastian Bischof in der Abwehr sowie Torwart Nils Bradsch.

Die Gerataler sind nicht nur als letzte der höherklassig spielenden Ilm-Kreis-Mannschaften in die Testspiel-Serie gestartet, sie haben dabei auch eine ungewöhnlich hohe Ausfallquote: Verletzt fielen die Verteidiger Behr, Döring und Kitzig (Knieprobleme), die Torhüter Kott (Zahn-OP) und Youngster Dörfler (Nasenbeinbruch im Training), Offensivspieler Priefer und der nach wie vor für Notfälle bereitstehende Paradies aus; privat bedingt fehlten Neuzugang Glatz sowie Barchewitz, Braunschweig und Youngster Bellanger.

Die Partie begann ausgeglichen, mit einem Elfmetertor für Goldlauter, als Neuzugang Wittke beim Ausbügeln eines Fehlers im Strafraum auch seinen Gegenspieler traf (12.). Auch ein 2:0 war möglich, aber mit Linkes sensationellem 25-m-Schuss von halblinks genau in den rechten oberen Winkel (28.) drehte sich die Partie; Geratal war nun spielbestimmend bis zum Schluss und dokumentierte das auch mit Toren. Beim 1:2 verwertete (der schon im Winter verpflichtete) Neuzugang Oskar Sennewald eine starke Vorarbeit von Thurau über rechts (30.).

Der junge Offensivspieler, in zentraler Position der zweiten Reihe, hinterließ von allen drei eingesetzten „Neuen“ den besten Eindruck. Der Erfurter Martin Wittke blieb als Innenverteidiger (was nicht seine Stammposition ist, er ist eher ein Sechser) nicht fehlerfrei, und der aus Gehren gekommene Stürmer Paul Möller fremdelte noch deutlich mit der Spielweise seines neuen Teams. Aber um das alles zu verbessern ist die Vorbereitung ja da!

Marius Heydt wurde mit mäßigem Erfolg als Außenverteidiger getestet, der frühe Wechsel in den Sturm beflügelte ihn dann offensichtlich. Auffällig agierte nach der Pause der lange pausierende frühere Stammspieler Sven Seeber auf seiner früheren Stammposition als rechter Außenverteidiger. „Mein Körper lässt das jetzt wieder zu, ich habe auch einiges dafür getan. Wenn ich gebraucht werde bin ich gern dabei“, erklärte er. Und gebraucht wird er tatsächlich, denn in Sachen (stets einsatzbereiter!) Verteidiger sieht es bei den Geratalern aktuell doch noch recht dünn aus.

Am Mittwoch geht es mit einem gemeinsamen Training mit dem TSV 1880 Elgersburg in Geraberg weiter.

Autor

 

Bilder