Fußball, Thüringen Kehrtwende im Landespokal

Objekt der Begierde: Der Landespokal. Foto: Karina Hessland

Es wird kein „Not-Finale“ zwischen Carl-Zeiss Jena und Meuselwitz geben. Stattdessen droht eine Auslosung zwischen den verbleibenden 32 Teams.

Erfurt - Völlig überraschend hat das Sportgericht des Thüringer Fußball-Verbands (TFV) am Dienstagabend den Vorstandsbeschluss zur Fortführung des Landespokals 2020/21 für nichtig erklärt. Dieser sah vor, dass die Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena und ZFC Meuselwitz am 29. Mai das Finale bestreiten, obwohl wegen der Corona-Pandemie noch nicht einmal die dritte Runde ausgespielt worden war.

Die große Mehrzahl der 32 betroffenen Vereine hatte vorab für diesen Endspiel-Vorschlag samt finanzieller Entschädigung gestimmt. Allerdings hatten auch zwei Vereine, der FC Rot-Weiß Erfurt und der FC An der Fahner Höhe, gegen diesen TFV-Beschluss Beschwerde eingereicht.

Im Ergebnis der Verhandlung verkündete Bernd Kurse nach eineinhalb Stunden Verhandlung, die durch eine Lüftungspause von 15 Minuten, unterbrochen wurde, das Urteil. Kurse sagt wörtlich:

„1. Es wird unter Abweisung der Anträge im Übrigen festgestellt, dass der Beschluss des Vorstandes des Thüringer Fußball-Verbandes vom 19.04.21 nichtig ist und gegenüber den Antragsstellern keine Wirkung entfaltet und aufgrund seiner Nichtigkeit auch auf alle von diesem Beschluss Betroffene keine Wirkung entfaltet, unabhängig davon, ob von ihnen Rechtsmittel eingelegt worden sind oder nicht.

2. Der Betroffene (TFV) wird beauftragt, eine andere und die zur Sache mitgeteilten Rechtsauffassungen des Sportgerichts zur Fortführung bzw. für den Fall der Notwendigkeit zur Beendigung des Wettbewerbes um den Thüringenpokal der Männer der Spielzeit 2020/21 zu berücksichtigen und zur Feststellung eines Vertreters des Thüringer Fußball-Verbandes am DFB-Vereinspokal der Männer für die Spielzeit 21/22 unter Wahrung sämtlicher einzuhaltender Fristen zu treffen, wobei dieser Vertreter aus dem noch im Wettbewerb befindlichen 32 Mannschaften zu ermitteln ist.

3. Der Betroffene hat die Kosten des Verfahrens zu tragen. Die Gebühren sind den Antragsstellern zu erstatten.“

Der Sportgerichtsvorsitzende sagte kurz zur Begründung: „Im Gegensatz zur letzten Saison gibt es keine Rechtsgrundlage für den Vorstandsbeschluss, weil in § 13 der Spielordnung nur für das Spieljahr 19/20 eine solche Rechtsgrundlage gegeben ist. Für das Sportgericht liegt ferner ein Verstoß des Gleichbehandlungsgrundsatzes und des Fair Play vor. Eine ausführliche Begründung erfolgt im schriftlichen Urteil

Das will der Verband abwarten, sagte Udo Penßler Beyer, der Präsident des TFV, um dann eine Entscheidung über eine mögliche Berufung oder nicht zu treffen. Der FC Rot-Weiß Erfurt und der FC An der Fahner Höhe nahmen das Urteil an.

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