Fußball-Regionalliga Runderneuerung am Fuße der Kernberge

Wechselt nach Regensburg: Tobias Werner. Foto: FC Carl/Zeiss Jena

Erst der Trainer, nun der Sportdirektor, bald Teile des Vorstands: Beim FC Carl Zeiss dreht sich das Personalkarussell.

Plötzlich ging alles ganz schnell. Als Interimstrainer Henning Bürger am Montag der Öffentlichkeit präsentiert wurde, fehlte Sportdirektor Tobias Werner bereits – nach offizieller Lesart wegen „privater Termine“. Keine 24 Stunden später sickerte durch, dass der Ex-Profi tatsächlich triftige Gründe für seine Abwesenheit vorweisen konnte, denn er klärte die letzten Feinheiten für seinen neuen Job als Sport-Geschäftsführer beim Fußball-Zweitligisten SSV Jahn Regensburg. Dort tritt der 37-Jährige ab Dezember die Nachfolge von Roger Stilz an. „Nach unserer Überzeugung passt er insbesondere aufgrund seiner Persönlichkeits-, Kooperations- und Kommunikationskompetenz sowie seiner Erfahrung als Spieler und Sportdirektor sehr gut zum vakanten Aufgabengebiet“, sagte Hans Rothammer, Aufsichtsratsvorsitzender des Klubs aus der Oberpfalz.

Dass Werners Abgang nach zweieinhalb Amtsjahren beim Thüringer Regionalligisten bevorstehen würde, war ein offenes Geheimnis am Fuße der Kernberge. Beschleunigt wurde der Abschied durch ein fehlgeschlagenes Trainerexperiment. Werner, der aus Gera stammt und einst für Augsburg, Stuttgart und Nürnberg in der Bundesliga spielte, war die treibende Kraft hinter der überraschenden Beurlaubung von Dirk Kunert im Oktober 2021. Zum Nachfolger wurde mit Andreas Patz ein Übungsleiter auserkoren, der zuvor im eigenen Nachwuchs tätig gewesen war – doch nach einer Serie von sieben Spielen ohne Sieg war die Patz-Ära am Samstag schon wieder beendet.

Ob Jena einen neuen Sportdirektor verpflichtet oder die Tätigkeiten in der sportlichen Leitung grundsätzlich anders strukturiert, ist offen. Ohnehin wird es – auch hinsichtlich eines neuen Trainers, der das Team nach dem Ende von Bürgers Interimsphase übernimmt – länger dauern, bis Personalentscheidungen fallen. Am Samstag bei der Mitgliederversammlung werden Aufsichtsratschef Mario Voigt und Präsident Klaus Berka verabschiedet. Bis sich ihre Nachfol-ger eingearbeitet haben, dürfte viel Wasser die Saale hinabfließen. Und somit stehen die Zeichen beim FC Carl Zeiss vorerst nicht auf Fortschritt, sondern auf Stillstand.

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