Von Klopp bis Knorr
Doch Kosicke, der an der Sporthochschule Köln studiert hatte, wollte sein eigener Herr werden. Gewundert hatte er sich schon lange, dass Athleten Berater hatten, Trainer aber nicht. Dort erkannte er eine Nische. "Die Idee war, sich um Führungspersönlichkeiten im Sport zu kümmern", erzählte Kosicke. "Ich hatte Glück, dass Jürgen Klopp dachte, das sei eine gute Idee."
Zu den Klienten in Kosickes Agentur zählen auch Sandro Schwarz, David Wagner oder Heiko Vogel, bis 2021 war auch Klopps Bundestrainer-Vorgänger Nagelsmann darunter, außerdem Handballer Juri Knorr, Zehnkämpfer Niklas Kaul oder TV-Moderator Sven Voss.
Klopp war beim ersten Treffen mit Kosicke noch nicht der spätere Star-Trainer von Borussia Dortmund oder des FC Liverpool. Er hatte aber schon in Mainz etwas Besonderes. "Er kommt in einen Raum und du wirst selber größer", beschrieb Kosicke die Ausstrahlung Klopps. "Er schafft es, eine Atmosphäre zu kreieren, die unglaublich leistungsfördernd ist, weil es alle gerne tun."
"Mia san mia"-Claim geht auf Kosicke zurück
So wie Kosicke den DFB schon lange kennt, kennt er auch den FC Bayern. Auf ihn geht ein Stück weit das "Mia san mia"-Motto zurück. 2008 lernte er auf einem Flug Bayern-Patron Uli Hoeneß kennen, der ihm den Auftrag gab, den Wertekanon des deutschen Fußball-Rekordmeisters auszuformulieren. "Sie haben das Selbstverständnis jeden Tag gelebt, aber wussten nicht, wie es heißt", erzählte Kosicke. "Es war schon da, ich habe es aufgeweckt."
Den Kanon ließ Kosicke für die Präsentation beim Vorstand in Lederhosenleder binden, der Slogan wurde darauf gestanzt. Kosicke hatte den Titel aber falsch geschrieben. "Die Mir ist eine Raumstation", bemerkte Hoeneß trocken. Der Leitfaden gefiel der Führungsetage dennoch. Nur Lizenzrechte an dem wortmächtigen Claim sicherte sich Kosicke nicht.