Fußball Nachwuchs Im Laufschritt nach Leipzig und zurück

Die D-Jugend-Fußballer der SG Ulstertal Foto: Heiko Matz/Heiko Matz

SG Ulstertal motiviert Nachwuchs

Buttlar -

Die Talente aus der Rhön spielen in der Verbandsliga. Lediglich zwei Punktspiele absolvierten sie im September und Oktober des vergangenen Jahres. Die Partien gewannen die Jungs von Sebastian Hey in Bad Salzungen und in Bad Berka und liegen somit verlustpunktfrei auf dem dritten Tabellenplatz mit einem Spiel weniger als die Konkurrenz. Seit Anfang Oktober ruht der Nachwuchs- und Amateursport in Thüringen aufgrund der Covid-19-Pandemie.

„Ohne Wettkämpfe und ohne Training trotzdem die Jungs an den Verein zu binden und das Mannschaftsgefüge nicht auseinanderbrechen zu lassen“, formulierte Sebastian Hey als eine seiner wichtigsten Traineraufgaben seit dem Abbruch des Trainings- und Wettkampfbetriebes. Seine Idee: In zehn Tagen nach Leipzig und zurück laufen. Die Kilometer, die die D-Jugendlichen der Trainingsgruppe absolvieren, werden addiert, sodass jeder seinen abrechenbaren Beitrag zum erreichten Gesamtergebnis der Mannschaft beiträgt. Den ersten Erfolg verbuchte Sebastian Hey bereits, bevor es so richtig losging. 14 seiner 15 Jungs beteiligten sich an der Aktion. Natürlich galt es nur, die Kilometer in ihrer heimischen Rhön zu absolvieren. Individuell oder maximal in einer Zweiergruppe absolvierten sie ihre Läufe und schulten so in „spielerischer Form“ mit einer konkreten Aufgabenstellung, ähnlich der in einem Wettkampf, die Grundlagenausdauer.

Aufgrund der Witterung schafften die Jungs das durchaus anspruchsvoll gesteckte Ziel nicht. Allerdings war einfach so aufgeben freilich keine Alternative für die Jungs. Nach 13 Tagen erreichten sie das Ziel von 567 Kilometern und waren wieder „in Buttlar angekommen“. Ihre Belohnung bekommen die Jungs trotz des knapp verpassten Ziels freilich trotzdem.

Sobald es wieder möglich ist, werden die Nachwuchsfußballer aus der Rhön ein Bundesligaspiel von RB Leipzig in der Arena der Messestadt verfolgen können, natürlich im Stadion –wie es sich für echte Fußballer gehört. Geplant ist, dass die Jungs mit ihren Eltern mit einem großen Bus auf Reisen gehen. Die Spielgemeinschaft wird sich an den Kosten für den Ausflug in die sächsische Metropole beteiligen und würdigt somit das Engagement der Aktiven und deren Trainer und Betreuer in der schwiegen Zeit der Pandemie.

Gegenwärtig trainieren die Jungs der Spielgemeinschaft unter anderem ein- bis zweimal wöchentlich via Zoom-Meeting online. In diesen Einheiten schulen die Jungs vor allem ihre Technik. Dazu benötigen die jungen Fußballer nur einen Ball, Hütchen – als Alternative müssen bei manchen auch Socken herhalten – sowie lediglich zwei mal zwei Meter Platz. Zusätzlich stehen Übungen im koordinativen Bereich sowie Kräftigungsübungen mit dem eigenen Körpergewicht auf dem Trainingsplan.

Auch einen Yoga-Kurs bei Physiotherapeutin Mandy Werner haben die Jungs besucht. Natürlich, wie sollte es gegenwärtig anders sein, ebenfalls per online- Schaltung. Mandy Werner ist die Mama einer der Jungs und betreut die D-Jugend der Spielgemeinschaft bei den Punktspielen. Außerdem ist sie gefragte Ansprechpartnerin bei medizinischen Fragen und nach Verletzungen

In einem weiteren mannschaftsinternen Wettbewerb überprüften die Jungs von Sebastian Hey ihr Leistungsvermögen über eine Strecke von drei Kilometern. Die drei schnellsten Jungs gewannen sogar kleine Preise. Die besten Laufzeiten errichten Lennard Kehr, Toni Leister und Max Kuropka.

Zu einem besonderen Höhepunkt der vergangenen Trainingswochen der Jungs gestalteten sich zwei Einheiten mit Mannschaftskamerad Marlin Werner. Er plante selbstständig zwei Kampfsportstunden und führte diese gemeinsam mit seinen Mitspielern durch. Bei der exakten Ausführung der ungewohnten Übungen kamen die Spieler ganz schön ins Schwitzen und sie entdeckten an ihrem Körper Muskelgruppen, die sie vorher nicht kannten. Außerdem bereitete es den Jungs viel Spaß, dass sie selbstständig eine Trainingseinheit planen und durchführen durften.

Spielgemeinschaftstrainer Sebastian Hey plant gemeinsam mit dem DFB-Stützpunkttrainer und Vereinsmitglied Andreas Mannel die Trainingseinheiten. Der Nachwuchsfunktionär, der viele Jahre das Tor bei den Glücksbrunnern in Schweina hütete, betont: „Natürlich sollen die Trainingseinheiten dazu dienen, dass die Nachwuchsspieler auch ohne das gewohnte wöchentliche Training sich sportlich betätigen und ein gewisser Level an sportlicher Leistungsfähigkeit erhalten bleibt. Genauso wichtig sind aber die Pflege der sozialen Kontakte. In erster Linie geht es uns Trainern gegenwärtig nicht um die Ausbildung von fußballerischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, sondern um die Aufrechterhaltung eines Gruppenzusammengehörigkeitsgefühls der jungen Sportler. In der schwierigen Zeit wollen wir zeigen, dass wir für die Kinder da sind und dass unser Nachwuchs im Verein und bei seinen Sportkameraden eine wichtige Anlaufstelle hat.“

Bleibt zu hoffen, dass die Nachwuchskicker aus der Rhön sowie alle Nachwuchs-, Freizeit und Amateursportler in absehbarer Zeit in das Training und in die Wettkämpfe zurückkehren dürfen. Den Jungs und ihren Betreuern um Sebastian Hey gilt ein festes Daumendrücken für eine tolle Tour zu den Rasenballern nach Leipzig.

 

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