Fußball-Landespokal Wenn 1000 Gäste zufrieden gehen, ...

Auf geht’s: Schiedsrichter Reinhard Meusel führt die Mannschaften auf das Spielfeld Foto: /Gerhard Koenig

Mit akribischer Vorarbeit und einer Portion Wetterglück gelang es dem VfL Meiningen am Samstag, der Region ein wahres Fußballfest zu bereiten. Das Ergebnis des Landespokalspiels war am Ende völlige Nebensache.

Meiningen - „Dann hat man alles richtig gemacht“ – so hätte die Überschrift dieses Beitrags weitergehen müssen. Und das trifft auf den VfL Meiningen mit all seinen fleißigen Helfern zu, die mit hervorragender Vorarbeit die besten Rahmenbedingungen für dieses Fußballfest am Samstag geschaffen hatten.

Mit dem Ergebnis als „Nebensache“ ist es aber dann doch so ein Ding, wenn man als Außenseiter in der zweiten Minute die große Chance hat, in Führung zu gehen. Es war eine viel diskutierte Frage, wie das Spiel dann wohl gelaufen wäre. Es ist eben doch so, dass man gerne an der Sensation schnuppert. Auch wenn wohl allen klar war, dass die angesichts der Ernsthaftigkeit mit der Jena ans Werk ging, unmöglich war. Außer vielleicht dem Knirps, der hinter dem Tor kurz vor dem Ende vom Schuss von Theodor Bergmann getroffen wurde. Als sich Bergmann nach Abpfiff bei ihm entschuldigte, schmerzte dem Jungen der vom Ball getroffene Kopf schon nicht mehr so sehr wie die Niederlage seiner Mannschaft. Schön, wenn man von Klassenunterschieden im Sport noch nichts versteht und immer möchte, dass sein Verein gewinnt.

Lob für die VfL-Verantwortlichen gab es von Jena schon im Vorfeld. „Die Zusammenarbeit mit den Meiningern ist hervorragend. Das haben wir auch schon ganz anders erlebt. Deswegen freuen wir uns umso mehr auf das Spiel“, sagte FCC-Pressesprecher Andreas Trautmann schon in der Woche vor der Partie. Und er legte am Samstag noch nach. „So etwas erleben wir selten. Aber nachdem, wie das vorher geklappt hat, hatte ich es nicht anders erwartet. Da können wir den Meiningern nur Danke sagen“, meinte er nach der Partie.

Er bezog sich damit sicherlich auch auf die emotionale Begrüßung der Gäste durch den Stadionsprecher und bekennenden Carl-Zeiss-Fan Uwe Achtelstetter. Seine Aufzählung der einstigen Erfolge der Elf von den Kernbergen und die Art und Weise, wie er dies vortrug, dürfte bei vielen Anhängern der Gäste sicherlich eine Gänsehaut erzeugt haben.

Aber auch der VfL hatte seinen ganz speziellen Gänsehautmoment. Es war die 81. Minute, als Pascal Hausner den Platz verließ. Es war sein letztes Spiel für den VfL. Der sympathische Angreifer der Meininger spielte von den Bambini bis zu den Herren bei Meiningen, zieht arbeitsbedingt aber jetzt nach Augsburg um. Zum Abschied gab es großen Applaus und eine herzliche Umarmung von Trainer Timo Krautwurst. Und da schließt sich der Kreis. Wäre sein Schuss in der zweiten Minute – die viel diskutierte Szene – ins Tor gegangen, dann hätte das dem perfekten Abschied in einem so tollen Spiel nur die Krone aufgesetzt.

Der Dank des VfL geht an drei große Meininger Firmen – ein Bäckereibetrieb, ein Getränkefachhandel und ein Fleischereibetrieb – und natürlich an alle anderen Sponsoren des Vereins für die Hilfe bei der Realisierung dieses Höhepunktes für den VfL. „Alle Mitglieder haben dazu beigetragen, diesen Jahreshöhepunkt erfolgreich zu gestalten“, so Mitorganisator Patrick Marr. Gelohnt hat sich das für den Nachwuchs. Die Zuschauer wurden gebeten, den Becherpfand zu spenden, wodurch 555 Euro zusammenkamen. Die Versteigerung der beiden Trikots und des Spielballs erbrachte 390 Euro. „Das ist Geld, dass wir sinnvoll für den Nachwuchs einsetzen“, so Marr. Der Vorstand der VfL, gleichzeitig das Organisations-Team, bedankte sich auch ausdrücklich beim FC Carl Zeiss Jena für die Zusammenarbeit im Vorfeld der Partie. Ein Dank geht auch an die Kameraden der FFW Henneberg und Herpf und die Beamten der Polizei, an die Behörden der Stadt Meiningen, die Mitarbeiter des Stadions, des Ordnungsamtes und an das Landratsamt.

Und für den Nachwuchs gab es aus Jena auch noch „Nachschub“. Im Tausch gegen ausreichend Thüringer Rostbratwürste für die Mannschaft und das Staffteam des FCC überreichte Jenas Mannschaftsleiter Uwe Dern nach der Partie das getragene Trikot des fünffachen Torschützen Vasileios Dedidis an SG-Vorstand Patrick Marr. Das wird in den nächsten Tagen auch noch über die Social-Media-Kanäle des VfL versteigert.

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