Fußball, Landespokal Schnelldurchlauf im Juni

Im Juni soll der Ball in Thüringen wieder rollen. Foto:  

Voraussichtlich Mitte Juni rollt der Ball wieder in Thüringen. Der Fußball-Landespokal soll ausgespielt werden. Im Extremfall mit fünf Runden in zwei Wochen.

Erfurt - Nächste Überraschung im Fußball-Landespokal. Nachdem ein in erster Instanz von knapp 90 Prozent der noch teilnahmeberechtigten Vereine favorisiertes Endspiel zwischen den Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena und ZFC Meuselwitz nicht zustande kam – der FC Rot-Weiß Erfurt und der FC An der Fahner Höhe klagten erfolgreich – sollen nun die noch ausstehenden Pokalrunden im Juni ausgespielt werden. Diese Variante favorisierte am Freitagabend die Mehrzahl der 32 noch im Wettbewerb vertretenen Vereine bei einer Videokonferenz des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV).

Nach der virtuellen Zusammenkunft bekommen die Vereine detaillierte Unterlagen vom TFV zugesandt und müssen diese schriftlich bis nach den Pfingstfeiertagen beantworten. Danach steht fest, wie viele Mannschaften noch Interesse am Pokalwettbewerb 2020/21 haben und wie viele Runden gespielt werden müssen. Vereine, die verzichten, sollen mit 2000 Euro entschädigt werden.

Zur Erinnerung: Wegen der Corona-Pandemie ist der Spielbetrieb auf Landesebene seit Oktober komplett eingestellt, selbst Training ist seither nicht möglich. Einzig die Regionalligisten Jena und Meuselwitz durften weiter trainieren, da sie unter Profibedingungen arbeiten. Vor wenigen Tagen schickten beide Vereine ihre Spieler allerdings wegen der Hängepartie im Pokal in den Urlaub.

Im Maximalfall sind ab Mitte Juni binnen zwei Wochen fünf Pokal-Runden zu absolvieren. Es müsste im Schnelldurchlauf also alle drei Tage gespielt werden, um rechtzeitig einen Pokalsieger zu ermitteln. Bis zum 1. Juli muss der TFV einen Vertreter für die erste Runde im DFB-Pokal (6. bis 9. August) ausspielen oder melden.

Der momentan favorisierte Vorschlag der Vereine sieht vor, ab 16. oder 18. Juni, jeweils auch mit Mittwochspieltagen, die 3. Hauptrunde sowie das Achtel-, Viertel- und Halbfinale und schließlich das Finale am 30. Juni auszutragen.

Diese Variante schlugen die Regionalligisten in der Videokonferenz den noch im Wettbewerb stehenden Klubs vor und ernteten dafür die meiste Zustimmung der Beteiligten. Die Austragung der Pokal-Partien im Juni ist natürlich immer abhängig von der Zustimmung der Behörden. Die derzeitige Corona-Verordnung in Thüringen gilt bis zum 3. Juni.

In einer zweiten Variante hatte der Fußball-Verband den Vereinen vorgeschlagen, den Wettbewerb ab 18. Juni verkürzt mit drei Runden vom Viertelfinale an zu Ende zu spielen. Je nach Zahl der Teilnehmer sollte es eine Mischung aus Ansetzungen und Losen geben. Dies wurde vehement von den Regionalligisten Jena und Meuselwitz abgelehnt. Der plausible Grund hierfür: Hätten sich mehr als acht Vereine beworben, wären nach Losentscheid nur acht Teams in die Verlosung gekommen. „Dieser Vorschlag des TFV war nicht gangbar und der Verband zeigte sich in der Diskussion dann auch einsichtig“, sagte Chris Förster im MDR. Der Geschäftsführer des FC Carl Zeiss Jena rechnet damit, dass die Mehrheit der 32 Vereine weiterspielen möchte.

Die nun geplante Wiederaufnahme des Pokalwettbewerbs ab Mitte Juni widerspricht dem ursprünglichen Ansinnen des TFV, gerade aus sportmedizinischer Sicht. Der Verband wollte den Vereinen und Spielern nach der langen Pause eine vierwöchige Vorbereitungszeit gewähren, um das Verletzungsrisiko zu minimieren. Sollte in Thüringen nach dem 3. Juni wieder Fußball gespielt werden können, blieben nur zwei Wochen zum Training.

Wegen des Pokal-Hickhacks und der daraus resultierenden Terminnot hatte der TFV in der vergangenen Woche seine Teilnahme am bundesweiten „Finaltag der Amateure“ am 29. Mai absagen müssen. Der Verband verliert damit Einnahmen in Höhe von 44 000 Euro.

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