Fußball-Landespokal Jena gewinnt Meininger Fußballfest klar

Keine Chance hat der VfL Meiningen im Achtelfinale des Fußball-Thüringenpokals gegen den FC Carl Zeiss Jena. Der Regionalligist zieht durch einen souveränen 9:0-Erfolg ins Viertelfinale ein.

Meiningen - Da war in Sachen Schnelligkeit, Kombinationssicherheit und Spielfluss schon ein Klassenunterschied an diesem sonnigen Fußball-Nachmittag zu erkennen. Die Jenenser nahmen die Pokalaufgabe vor knapp 1000 Zuschauern in Meiningen sehr ernst und setzten sich klar durch.

Doch die erste Gelegenheit der Partie gehörte den Meiningern, deren Trainer Timo Krautwurst angekündigt hatte, dass sich seine Mannschaft nicht verstecken werde. Bereits in der zweiten Minute kam Hausner an den Ball. Der drang in den Strafraum ein, verschaffte sich mit einer Körpertäuschung etwas Platz zum Abschluss und schoss die Kugel nur um Zentimeter am kurzen Pfosten vorbei. Das sollte aber für längere Zeit die letzte Offensivaktion der Gastgeber gewesen sein. Die sahen sich fortan den mit viel Zug zum Tor vorgetragenen Angriffen der Gäste gegenüber. Dedidis sorgte in der 7. Minute für das 0:1, als er per Kopf nach einem Eckball erfolgreich war. Beim 0:2 zeigte sich die ganze Spielkontrolle der Saalestädter. Auf der linken Seite kombinierten sie sich bis in die Mitte der Meininger Hälfte, ehe ein Seitenwechsel den im Strafraum völlig frei stehenden Prokopenko fand. Der nahm die Kugel an und drosch sie humorlos unter die Latte. Nach dem 0:3 durch einen Abstauber von Krauss waren klare Fronten hergestellt.

In der Folge nutzten die Jenenser ihre Überlegenheit in Sachen Tempo und Technik und waren auch gedankenschneller. Aber Meiningen wehrte sich mit Bravour und versuchte immer wieder, sich spielerisch zu lösen. Dennoch schraubte Dedidis nach einer halben Stunde das Ergebnis mit einem Doppelpack (24./31.) auf 0:5. Zwischen dem vierten und fünften Jenaer Treffer hatte der VfL seine zweite Möglichkeit, und auch die war hochkarätig. Dietsch setzte sich rechts im Strafraum durch, traf mit seinem Schuss aber nur das Außennetz. Hajrula (40.) und erneut Dedidis (44.) trafen zum 0:7-Pausenstand.

Nach dem Seitenwechsel schaltete Jena einen Gang zurück. Das galt aber nur für die Offensive, denn in der Abwehr ließ der Regionalligist weiter nichts anbrennen. Das 0:8 fiel durch einen Foulstrafstoß, als Genßler im Strafraum zu spät gegen FCC-Kapitän Justin Schau kam. Dedidis ließ sich die Chance nicht entgehen und erzielte seinen fünften Treffer (49.). Den Meiningern gelang es in der Folge immer wieder, die Gäste zu stoppen und weitere Treffer zu verhindern. Lediglich Hoppe konnte nach schöner Kombination den Meininger Schlussmann Kallenbach mit einem satten Schuss aus zehn Metern überwinden (68.). Der hatte beim Lattentreffer von Oesterhelweg (76.) Glück. Letztlich konnten die VfL-Akteure mit viel Leidenschaft den zehnten Gegentreffer verhindern. Ein Tor blieb den Südthüringern aber verwehrt, auch wenn sie die gesamte Spielzeit über darum bemüht waren. „Ich denke, dass wir trotz der klaren Niederlage stolz sein können. Wir hatten auch unsere Chancen und haben immer versucht, mitzuspielen. Die Rollen waren vor dem Spiel klar verteilt und man hat auch genau gesehen, dass Jena diesen Wettbewerb sehr ernst nimmt“, so VfL-Trainer Tim Krautwurst nach der Partie.

Jenas Torhüter Lukas Sedlak, ein gebürtiger Meininger, war natürlich sehr zufrieden. „Es war sehr schön, mal wieder hier zu spielen. Es hat viel Spaß gemacht und die Zuschauer haben ein tolles Spiel geboten bekommen“, so der 22-Jährige. „Ich fand es gut, dass sich die Meininger nicht nur hinten reingestellt hat. Mit der ersten Chance, gleich zu Beginn, haben sie uns sogar richtig überrascht.“

Autor

 

Bilder