Fußball, Landesklasse Nicht heute, nicht gegen diesen Gegner

Keinen Stich gesehen: Der junge Hildburghäuser Kevin Roth schaltet erst den Herpfer Louis Schlundt (verdeckt) aus und bedient dann Mitspieler Martin Schleicher (16). Im Hintergrund sind noch Stefan Fischer und Schiedsrichter Leroy Schott zu sehen. Foto: /Norbert Scheidler

Dem FSV 06 Eintracht Hildburghausen reicht eine starke erste Halbzeit, um sich in Herpf am Ende klar als 3:0-Sieger zu behaupten.

„Klassisch den Zahn gezogen“, könnte man meinen, wenn man den Samstagskick der Hildburghäuser in Herpf gesehen hat. Besonders in den ersten 45 Minuten brachten die Gäste mit konsequentem, frühem Anlaufen die Gastgeber immer wieder in Schwierigkeiten. Zudem wirkten sie einfach wacher, gewannen die meisten Zweikämpfe im Mittelfeld und verteidigten konsequent und kompromisslos.

Früh hatte die Eintracht durch den Distanzschuss von Andersch die erste Gelegenheit, aber Keeper Holland-Moritz war auf dem Posten (5.). Nur eine Minute danach – und das spielte der Taktik der Gäste voll in die Karten – fiel das 0:1. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld fackelte Eichhorn nicht lange und setzte die Kugel aus 25 Metern in den Winkel – ein Traumtor! Und weiter ging es meist nur in eine Richtung, auch weil es den Herpfern bei ihren Angriffen einfach nicht gelang, die Kugel mal vorne festzumachen. Das 0:2 war fällig, als Fischer nach einer Ecke am langen Pfosten völlig frei zum Schuss kam, diesen aber knapp am leeren Tor vorbei setzte. Da vermutete so mancher ein Loch im Tornetz, weil man diesen Ball eigentlich gar nicht neben das Tor befördern konnte. Aber kurz darauf war es soweit: Als Eichhorn von der Grundlinie zurückgelegt hatte, war Rüffer zur Stelle und drückte die Kugel ins Netz.

Gute Offensivaktionen der Gastgeber waren indes Mangelware. Nur in der 35. Minute gelang es mal, die Eintracht-Kette mit einem Steckpass zu überwinden: Lind kam an den Ball, legte diesen am Torwart vorbei und kam dann zu Fall. Der Pfiff des Unparteiischen blieb aus. Und so fiel kurz vor der Pause das 0:3. Unstrittig war dabei, dass Zöller seinen Gegenspieler im Strafraum zu Fall gebracht hatte. Ebenso hatten aber auch alle kurz zuvor ein Foul an Fuchs an der Mittellinie gesehen, das nicht geahndet wurde. Eichhorn war das egal, denn der setzte den fälligen Strafstoß souverän ins Netz.

Es gab auch nach der Pause einige seltsame Entscheidungen des Unparteiischen, der mal sehr kleinlich pfiff, dann wieder alles großzügig laufen ließ. In der 47. Minute war Yannis Roth bei einem langen Ball auf der Außenposition zur Stelle und beförderte die Kugel per Grätsche ins Aus. Sein Gegenspieler sprang dann nicht über das lange Bein des Herpfers, sondern er suchte den Kontakt und ging zu Boden. Daraufhin gab es Freistoß für die Gäste und Gelb für Roth, der dabei klar den Ball gespielt hatte. Nicht nur wegen dieser Szene übten die Herpfer lautstark Kritik am Unparteiischen, wobei keiner auch nur ansatzweise den verdienten Sieg der Gäste infrage stellte. Denn der kam trotz einer Steigerung der Heimelf in Hälfte zwei eigentlich nie in Gefahr.

Die Herpfer bissen sich immer besser ins Spiel. Linds Abschluss (58.) war noch zu überhastet, aber als Hofmann aus halblinker Position seinen Drehschuss abfeuerte, strich die Kugel nur hauchdünn über die Querlatte (60.). Mit der Steigerung hätte Herpf dem Spiel eine Wende geben können, nicht aber an diesem Tag, nicht gegen diesen Gegner. Der schien konditionell gegen Ende etwas abzubauen, arbeitete aber konsequent gegen den Ball und ließ kaum gefährliche Situationen zu. Die letzte Chance für die Hausherren hatte Schlundt per Freistoß (88.), aber Eintracht-Schlussmann Geyling war auf dem Posten.

„In der ersten Hälfte haben wir schlecht gespielt. Die frühe Führung hat der Eintracht natürlich in die Karten gespielt. Vor dem Strafstoß wurde ein klares Foul an Lukas Fuchs nicht geahndet. Aber die klare Pausenführung der Gäste war völlig verdient. In der zweiten Hälfte standen wir viel besser, haben kaum noch etwas zugelassen“, so Herpfs Trainer Christian Hutterer , der noch bemerkte: „Aber wir haben uns nicht für die gute Leistung nach der Pause belohnt. Auf dieser können wir aufbauen.“

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