Fußball-Landesklasse Goldlauter geht freiwillig runter

Trotz Angeboten von Vereinen wie Geratal: Talent Logan Klingelstein (links) will dem FSV Goldlauter trotz Abstiegs treu bleiben. Foto: Andreas Heckel/gubua.de

Die Mannschaften der drei Fußball-Landesklassen haben entschieden: Die neue Saison soll in normaler Form ausgetragen werden. Wer dabei aber fehlen wird, ist der FSV Goldlauter.

Erfurt/Goldlauter-Heidersbach - Sollte das Coronavirus ab dem Sommer einen regulären Spielbetrieb zulassen, soll dieser in den drei Fußball-Landesklassen Thüringens ganz „normal“ – also ohne Play-offs in der Rückrunde – über die Bühne gehen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV), die der Vorsitzende des Spielausschusses, Sven Wenzel, am 23. Mai unter den 47 Teams der Landesklasse-Staffeln gestartet hatte. Am Abend des 30. Mai, 20 Uhr, lag das Resultat vor. Laut TFV haben sich 35 der 47 Vereine an der Umfrage beteiligt. Das entspricht 74,5 Prozent.

33 Klubs sind für einen „normalen“ Spielbetrieb, also ohne K. o.-Spiele in der Rückrunde. 32 bevorzugen einen Saisonstart Ende Juli beziehungsweise Anfang August mit Landespokal und anschließendem Punktspielbeginn. 26 Mannschaften votierten dafür, dass es in jeder Staffel mindestens einen Absteiger geben soll. Nun werde der Spielausschuss, teilt Sven Wenzel mit, über das Ergebnis des Stimmungsbildes beraten.

Erste Absteiger gibt es allerdings schon vor dem Startschuss. Drei Teams hatten im Vorfeld ihren freiwilligen Rückzug in die Kreise erklärt: Die TSG Kaulsdorf (Staffel 1) sowie Grün-Weiß Gospenroda und der FSV Goldlauter (Staffel 3).

Damit endet das Wagnis Landesklasse für die „Super-Wopper“ bereits nach einer Spielzeit. Nachdem der Kreisoberliga-Meister einen Aufstieg im Jahr 2019 noch ausgeschlagen hatte, sagte man ein Jahr später – als Spitzenreiter der abgebrochenen Saison 2019/2020 – Ja zum Sprung in die 7. Fußball-Liga.

Das wegen der weiter anhaltenden Corona-Pandemie früh gestoppte Abenteuer wurde jedoch zur Tortur. Sechs von sieben Partien wurden verloren, nur gegen Stadtrivale 1. Suhler SV konnte ein Punkt geholt werden. „Es war ein Versuch, aber wir haben es die ersten fünf, sechs Spiele gesehen, dass das was anderes ist. Ich hätte auch nicht gedacht, dass der Unterschied so groß ist“, bilanziert FSV-Trainer Reiner Müller.

Aufgrund des enttäuschenden Abschneidens hatten nun auch die Goldlauterer eine Umfrage gestartet. Jeder Spieler wurde vom Kapitän persönlich befragt. Anschließend tagte der Mannschaftsrat mit Vorstand und Trainern. Das Ergebnis sei nicht einstimmig gewesen, aber weit mehrheitlich, berichtet Wopper-Präsident Dieter Lämmerzahl: Der FSV Goldlauter geht zurück in die Kreisoberliga. Das sei, so Lämmerzahl, gerade in Anbetracht der Altersstruktur der Mannschaft „besser für den Verein“. In der Kreisoberliga könne man sich mit jungen Spielern perspektivisch besser entwickeln.

Lämmerzahl weiß, dass mancher der Aktiven mit dem Beschluss hadert, etwa das von Vereinen wie Geratal umworbene, 17-jährige Talent Logan Klingelstein. „Er hat sich dann aber für Goldlauter entschieden“, betont Lämmerzahl. So werde die Mannschaft in der kommenden Saison komplett bleiben.

Entspannt wird die Personalsituation trotzdem nicht. Ob frühere Stammkräfte wie Pascal Maurice Weiß (beruflich wie privat in Nürnberg zu Hause) oder Erik Schüler künftig regelmäßig spielen können, ist fraglich. Erik Schüler hatte sich im Herbst 2020 den zweiten Kreuzbandriss innerhalb von drei Jahren zugezogen. „Ich habe noch nicht mit ihm gesprochen, aber wir würden erst mal nicht mit ihm rechnen“, sagt Dieter Lämmerzahl.

Und was passiert, wenn Goldlauter im Sommer 2022 erneut Kreisoberliga-Meister wird? Daran glaubt der Vereinschef nicht: „Wir haben sicher ehrgeizige Ziele und wir hätten auch keine Angst vor einem Aufstieg. Wir rechnen aber nicht damit, dass er schnell kommen wird“, ist Dieter Lämmerzahl überzeugt.

Meisterfavoriten seien andere, zum Beispiel der ehemalige Landesklasse-Vertreter Viernau oder der neu entstandene Klub Brotterode-Trusetal. „Wir müssen uns erst wiederfinden“, ergänzt Dieter Lämmerzahl: „Es wird keine einfache Saison.“

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