Fußball: Landesfinale Ex-Finale ist nun ein Achtelfinale

Nun schon im Achtelfinale: Die beiden favorisierten Regionalligisten, ZFC Meuselwitz und FC Carl Zeiss Jena (Foto), treffen bereits im Achtelfinale aufeinander. Foto: Imago

Die Auslosung zur „Wiederaufnahme“ des Thüringer Fußball-Landespokals brachte einen Hammer: Beide Regionalligisten spielen schon im Achtelfinale gegeneinander.

Erfurt - Falls Thüringer Fußballfans am Samstag, so zwischen elf und viertel zwölf Uhr, einen leichten Knall zu vernehmen glaubten, so war das keine Täuschung, sondern der Widerhall eines Paukenschlages, der gerade in der Erfurter Geschäftsstelle des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) ausgelöst worden war. Und zwar durch Losfee Gudrun Gania, frühere Vorsitzende des Frauen- und Mädchenausschusses, während des „zweiten Teils“ des online ausgetragenen 9. TFV-Verbandstages, zu dem sich 80 der 94 gewählten Delegierten zugeschaltet hatten: Beim Auslosen des neu zu startenden Landespokals 2020/21 hatte sie – unter notarieller Aufsicht! – die beiden favorisierten Regionalligisten ZFC Meuselwitz und FC Carl Zeiss Jena bereits für das Achtelfinale zusammengebracht.

Na, das war ein Ding! Bekanntlich hätten diese beiden Kontrahenten eigentlich bereits am 29. Mai das Finale bestreiten sollen. Diese Variante, um nach Abbruch des Pokalwettbewerbs 2020/21 irgendwie zu einem Teilnehmer am DFB-Pokal 2021/22 zu kommen, war von der überwiegenden Mehrheit der im Pokal verbliebenen Vereine für gut befunden worden, hatte sich aber vor der Gerichtsbarkeit des TFV als nicht haltbar erwiesen, nachdem die Oberligisten Fahner Höhe und Rot-Weiß Erfurt dagegen geklagt hatten.

Für die Neu-Ausschreibung des Landespokals – ab dem 20. Juni und mit vier Runden in elf Tagen (!) – hatten sich dann 16 Mannschaften gemeldet, auffälligerweise vorwiegend aus Regionen mit niedrigeren Corona-Inzidenzzahlen, in denen eine baldige Wiederaufnahme des Trainings absehbar war. Die Südthüringer Vereine hatten dagegen abgewunken und lieber bei den für diesen Verzicht angebotenen 2000 Euro zugegriffen. Auch Oberligist und Vorjahresfinalist FSV Martinroda machte nicht mit. „Für uns steht die nächste Oberliga-Saison im Mittelpunkt; wir wollen uns, auch für die Vorbereitung darauf, keine Verletzten im Pokal abholen“, erklärte Trainer Heiko Nowak beim Auftakt-Training am Samstag. Dass ein so dichter Spielplan nach so langer Spielpause und so kurzer Trainingszeit höchst problematisch ist, war auch andernorts viel kritisiert worden.

Dass die Neuauslosung des neu ausgeschriebenen Pokalwettbewerbs nun das ehemalige Finale zum Achtelfinalmatch umgepolt hat, ist ein Kuriosum, zumal auch noch Meuselwitz als Austragungsort fürs Finale bestimmt wurde. Aber auch die beiden „Protestanten“ aus der Oberliga müssen nun damit leben, dass sie sich im Viertelfinale womöglich gegenseitig rausschmeißen müssen.

Ausgelost wurde auch das Viererturnier zur Ermittlung eines Oberliga-Aufsteigers. Dafür hatten die drei Erstplatzierten Gera, Arnstadt und Schleiz sowie der Sechste Bad Langensalza gemeldet. Hier gibt es Halbfinale, Finale – und ein Terminproblem: Weil nämlich der SV 09 Arnstadt unverhofft (und zum Ärger der anderen Mitbewerber) auch für den Pokal gemeldet hat, würde es am 20. Mai zur Terminkollision kommen, falls der SV 09 sein Halbfinale gegen den FSV Schleiz gewinnt. Arnstadt hatte sich daher um eine Verlegung dieses „Aufstiegsfinales“ bemüht.

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