Fußball Intensive 90 Minuten – fairer Abgang

... und vorbei: David Urff (rechts) enteilt geschickt mit dem Ball seinem Mosbacher Gegenspieler Maximilian Bruder und wuchtet das Leder später zum verdienten 2:2 in die Maschen. Foto: Reißmüller

Zwei Spitzenmannschaften – zwei kuriose Treffer

Unterbreizbach -

Tempo und Leidenschaft einzubringen, das ist auch nach neunmonatiger Spielpause in der Fußball-Kreisoberliga möglich. Dass es nach so langer Zeit noch an der Abstimmung in Abwehr und Angriff mangelt, ist normal. Auch bei zwei Mannschaften, bei denen im Normalfall die spielerische Komponente an erster Stelle steht. Trotzdem boten sowohl der SV Kali Unterbreizbach also auch der Mosbacher SV den 155 Zuschauern eine gutklassige Partie.

Während die Mosbacher, die gewiss zu den Spitzenmannschaften in dieser Liga gehören, mit dem Abpfiff jubelten, ließen die Männer von SV-Trainer André Jäger zunächst die Köpfe hängen. Sicherlich hatten sie sich nach dem starken Auftritt in der kurzen Vorsaison mehr als nur eine Punkteteilung erhofft. Allerdings hätte es auch eine Niederlage werden können, denn die Gäste mit ihrem spielbestimmenden Routinier Andy von Roda erspielten sich in der Schlussphase einige weitere Möglichkeiten.

Den Torreigen eröffneten die Torgaranten der abgebrochenen Serie. Schlitzohrig schnappte sich Torjäger Philipp Jäger nach einem Freistoß das Leder, befragte den Schiedsrichter, ob der Ball frei sei und zog ab. Das Leder landete mitten im Tor. Die Gäste inklusive ihres Torhüters waren noch mit dem Stellen der Mauer beschäftigt. Verdutzt schauten sie sich an, als die Schwarz-Gelben jubelten (1:0/37.). Nach einem kurzen Durchatmen schalteten sie wieder auf Angriff. Allerdings kamen, wie bei den Hausherren, die finalen Pässe zu selten an. Bei beiden Mannschaften kam es , beim Versuch, den Ball schnell zu spielen, oft zu Fehlpässen.

Daran änderte sich auch im zweiten Durchgang nichts. Während die Hausherren den gepflegten Spielaufbau bevorzugten, suchten die Gäste im zweiten Abschnitt zumeist über das Konterspiel den Erfolg. Dabei erwies sich Andy von Roda immer wieder als punktgenauer Passgeber. Einen davon verwertete Philipp Oberender mustergültig (1:1/52.). Nur vier Minuten später nahm sich die Kali-Abwehr eine Auszeit. Einen individuellen Patzer nutzte Julian Bindel, um die Gäste in Vorhand zu bringen (1:2/56.). Der Führungstreffer beflügelte die Mosbacher, die in dieser Phase mehr Zweikämpfe gewannen. Mit der Einwechslung von Daniel Sauerbrei nahm das Unterbreizbacher Spiel wieder Fahrt auf. Der nimmermüde Patrick Elsner passte auf Marco Kritsch, der den Ball nach innen zu David Urff schlenzte. Der erfahrene Stürmer nahm die gute Vorlage dankend an und markierte den verdienten Ausgleich (2:2/74.).

Silko Fischer, der Trainer der Mosbacher, lobte seine Männer ob ihres Einsatzes. Aber auch André Jäger hatte keinen Grund, hart mit seinen Männern ins Gericht zu gehen.

„Wir hatten keine optimale Vorbereitung. In der kurzen Zeit des möglichen Mannschaftstrainings war es natürlich auch nicht möglich, gleich alles nachzuholen. Nicht alle Spieler kamen mit den gleichen athletischen Voraussetzungen zurück. Aus den verschiedensten Gründen haben manche Spieler auch erst zwei, drei Einheiten absolvieren können. Dann fielen uns Testspiele aus. Ich hätte gern noch zwei, drei Tests gehabt. Aber die Probleme haben wohl fast alle Kreisoberligisten“, erklärt André Jäger, der froh ist, dass es außer bei Philipp Jäger keine weitere Verletzungen gab. „Aufgrund der schlechten Vorbereitung befürchte ich, dass es wohl in den nächsten Wochen leider noch einige Verletzungen in der Liga geben wird. Die Belastung im Spiel ist eine andere, als wenn ich ’nur’ für mich laufe“, weiß der Trainer um die Probleme der fehlenden Trainingseinheiten mit der Mannschaft. Trotzdem wollen er und seine Männer nicht meckern. Sie wissen um die Schwere ihres Auftaktprogramms (Sonntag in Gospenroda, danach in Ifta und am vierten Spieltag zu Hause gegen den Meisterschaftsfavoriten Siebleben).

Erfreulich: Auch wenn die Partie sehr intensiv geführt wurde, gab es nach dem Schlusspfiff das freundschaftliche Schulterklopfen auf beiden Seiten. Wohltuend faire Gesten.

Unterbreizbach: Gimpel; Sommerfeld, Amstein (65. Sauerbrei), Elsner, Ph. Jäger, Grzesiek, Leithardt, Petter, Kritsch, Urff, Volkmar

Mosbach: Haaß; Bruder, F. Brandau (30. Kehr), Wilhelm (46. Oberender), Braun, Bindel, Th. Brandau, Peterhänsel, Urban, Zimmermann (80. Hirschel), von Roda

Johannes Drößler – 155 – 1:0 Ph. Jäger (37.), 1:1 Oberender (52.), 1:2 Bindel (56.), 2:2 Urff (74.)

 

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