Fußball, DFB-Pokal, Frauen Premieren über Premieren in der Theaterstadt

Vorbereitung auf das große Spiel: Die Frauen des ESV Lok Meiningen beim Training am Dienstagabend. Foto: /Gerhard König

Festtag für Meiningen: Die Frauen des ESV Lok präsentieren sich am Sonntag im DFB-Pokal und sorgen damit gleich für mehrere Premieren in der Theaterstadt.

Meiningen - Für den Meininger Fußball ist es das Spiel des Jahres, für die Frauen des ESV Lok, sonst in der Verbandsliga zuhause, der bisher größte Erfolg überhaupt. Am Sonntag spielen sie gegen Wormatia Worms, sonst in der Regionalliga Südwest heimisch, am Maßfelder Weg in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals – auch für das kleine aber feine Stadion ist es die erste Partie im deutschen Pokal-Wettbewerb. Auch das eine Premiere.

Eine Premiere, auf die Verein und Mannschaft stolz sind. „Alle fiebern diesem historischen Spiel entgegen. Klar sind wir stolz wie Bolle, als Thüringer Vertreter in diesem prestigeträchtigen Wettbewerb dabei sein zu dürfen“, sagte Lok-Trainer Enrico Muffels. „Die Mädels haben es sich aufgrund bisher gezeigten Leistungen auch wirklich verdient. Es freut mich wahnsinnig, dass sich die Mannschaft damit belohnen konnte.“ Mit einem 6:0-Erfolg beim FC Thüringen Weida hatten sich die Meiningerinnen für das Finale des Thüringer Fußball-Landespokals qualifiziert. Dieser Erfolg war gleichbedeutend mit dem Einzug in die erste Runde um den DFB-Pokal. Dort wiederum sind die in diesem Endspiel siegreichen Damen der zweiten Mannschaft vom FC Carl Zeiss Jena nicht spielberechtigt, da Carl Zeiss hier bereits mit seiner ersten Mannschaft antritt. Eine glückliche Fügung also für den ESV Lok Meiningen.

Die ehemalige Nationalspielerin Doris Fitschen hatte die Paarung am 13. Juli aus dem Lostopf gefischt. Auch Meiningens Gegner Worms war sozusagen in diese erste Hauptrunde nachgerutscht und hatte sich damit ebenfalls erstmals für den DFB-Pokal qualifiziert. Weil der SV Göttelborn in die 2. Bundesliga aufgestiegen war und wie die Jenaerinnen mit ihrer ersten Formation am Wettbewerb teilnimmt, bekamen die Wormatia-Frauen einen Startplatz. „Wormatia 08 Worms ist mir natürlich ein Begriff, der Verein ist immerhin ein Gründungsmitglied der 2. Bundesliga. Aber die Frauen aus Worms waren mit vor der Auslosung auch ein unbeschriebenes Blatt“, so Enrico Muffels. „Aber da geht es meinem Gegenüber mit uns sicher nicht anders.“

Während die Wormatia noch einem verpassten Heimspiel nachtrauert und bereits über den Gegner in der nächsten Runde sinniert, ist die Angelegenheit für die Südthüringerinnen längst noch nicht abgemacht. „Ich weiß, wozu meine Mannschaft fähig ist. Sollten wir das gleiche Engagement und die gleiche Leidensfähigkeit wie im Thüringer Endspiel gegen Jena abrufen können, ist eine Überraschung absolut möglich“, sagte Enrico Muffels zu den Aussichten seines Teams. Warum also sollten die Lok-Frauen ihren Gegnerinnen, die in den vergangenen Jahren zwischen Verbands- und Regionalliga hin und her pendelten, zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs (wegen Corona) allerdings auf Platz zwei ihrer Regionalliga-Staffel standen, am Sonntag keinen Dampf unterm Kessel machen?

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