Fußball Der Personalnot steigt

Mit Leidenschaft versuchen sich die Unterbreizbacher Spieler (gelbe Trikots), dem Favoriten Siebleben zu erwehren. Foto: Heiko Matz

Unterbreizbach verliert gegen Primus

Unterbreizbach - In den ersten 45 Minuten gelang es den Männern von SV-Trainer André Jäger, den Meisterschaftsanwärter aus Siebleben in Schach zu halten. Im zweiten Durchgang mussten die personell arg gebeutelten Hausherren ihrem hohen Anfangstempo aus der ersten Halbzeit Tribut zollen. Zudem hatte Gästetrainer Kandy Burckhardt seine Formation umgestellt, was die Unterbreizbacher vor einige Probleme stellte.

André Jäger ist derzeit nicht zu beneiden. Allwöchentlich steht vor ihm die Aufgabe, seine Mannschaft umzustellen. Vor der Partie gegen die Rand-Gothaer standen ihm verletzungs- und arbeitsbedingt bereits einige Spieler nicht zur Verfügung, sodass er sich selbst auf die Liste der Wechselspieler setzen ließ.

Während der Begegnung verlängerte sich die Liste der Verletzten beim SV Kali. Frühzeitig erlitt Stammtorhüter Marcel Gimpel einen Muskelfaserriss. Er war mit einem Gegenspieler zusammengestoßen und dabei mit dem Fuß im Rasen hängengeblieben. Während der Unterbreizbacher ausgewechselt werden musste, gab es für den Sieblebener einen Elfmeter. Der Unparteiische Alexander Glock hatte ein Foul an Michele Lehmann erkannt. Der Gefoulte verwandelte den Strafstoß zum zwischenzeitlichen Ausgleich (1:1/16.). Zuvor hatte Daniel Sauerbrei einen gefühlvoll hereingebrachten Eckball von David Urff ins Netz befördert (1:0/8.). Nach dem strittigen Elfmeter nahm die Partie an Fahrt auf, wurde sie intensiver, die Zweikämpfe härter wurden. Der für den verletzten Marcel Gimpel gekommene Luis Hruschka wurde für jeden aufgenommenen oder abgewehrten Ball mit viel Beifall bedacht. Kein Wunder, denn der 17-Jährige feierte sein Debüt in der Männermannschaft und rückte ursprünglich als Stürmer in den Kader. „Wir hatten gehört, dass er im Nachwuchsbereich schon einmal zwischen den Pfosten stand“, klärt André Jäger auf.

Die Hausherren überrannten in der Folgezeit den Favoriten förmlich und erspielten sich zahlreiche Möglichkeiten. Einen Konter, über Daniel Sauerbrei, schloss Steven Gimpel aus 20 Metern und aus dem Lauf heraus zum verdienten 2:1 ab (23.). Natürlich blieben auch die Gäste nicht chancenlos. Bei einem Distanzschuss von Leon Bernhardt zeigte Luis Hruschka eine Glanztat. Doch das Plus lag aufseiten der Hausherren, die gut und gerne mit einem 3:1 oder 4:1 in die Pause hätten gehen können, gar müssen.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit übernahmen die Gäste das Zepter. Nach einem Eckball bekamen die Kali-Männer den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Michele Lehmann bedankte sich mit dem 2:2-Ausgleich (52.). Nur zwei Minuten später verletzte sich auch noch Amstein so schwer, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste. Um einer schwereren Verletzung vorzubeugen, nahm André Jäger in der 79. Minute auch noch Philipp Jäger vom Platz, den Knieprobleme plagten. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die ausgeglichen stark besetzten Gäste aber schon mit 4:2 Toren in Vorhand gebracht. Die Hausherren wehrten sich tapfer, vermochten sich aber nicht mehr so in Szene zu setzen wie im ersten Durchgang. Auch nach dem 2:5 durch Marlon Körber (83.) gaben sich die Kali-Männer nicht auf und wurden per Elfmeter, verwandelt von Steven Gimpel, mit dem 3:5 belohnt (91.).

„Die personellen Ausfälle waren nicht zu kompensieren. Wir lieferten lange Zeit eine gute Partie ab. Uns kommt die Punktspielpause gelegen, und ich hoffe, dass sich unsere Personalmisere bis zum nächsten Punktspieltag am 11. September bei der SG Borsch II, verbessert“, meint André Jäger. Bereits an diesem Wochenende steht seine Elf bei Borsch III in der Pokalpflicht.

Unterbreizbach: M. Gimpel (18. Hruschka), Sauerbrei, Amstein (57. Tokar), P. Jäger (79. Orff), Grzesiek, St. Gimpel, Leithardt, Petter, Kritsch, Urff, Volkmar

Siebleben: Schuchardt; Gabriel, Schreiber, Maulud, Wappenhensch, Peinelt, Lehmann, Körber, Bernhardt, Herr, Fröbe

Alexander Glock – 100 – 1:0 Sauerbrei (8.), 1:1 Lehmann (16. FE), 2:1 S. Gimpel (23.), 2:2 Lehmann (52.), 2:3 Dick (62.), 2:4 Lehmann (70.), 2:5 Köber (82.), 3:5 S. Gimpel (90+2/FE)

 

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