Und die sind - so zeichnet es Klopp vor - auch unverändert notwendig. "Es geht um viel. Wer es auch immer machen wird, hat einen Haufen zu tun", sagte er. Dass er derjenige sein wird, der viel Arbeit hat, daran gibt es unverändert keinen Anlass zu Zweifeln. Aber dennoch baut Klopp irgendwie vor.
Bundestrainer oder Bundes-Reformer?
Das Kernthema: Die Struktur. Und da ist sich der große Motivator vielleicht nicht so sicher, was beim Deutschen Fußball-Bund nötig und möglich ist. "Aber um etwas zu verändern, muss man zuallererst wissen, was wirklich passiert. Wir von außen haben ja gar keine Ahnung, was passiert. Wer auch immer dahin kommt, muss sich das angucken. Es ist einfach, in so einer Phase zu sagen: Es ist alles Quatsch. Das geht so nicht - offensichtlich nicht", sagte Klopp.
Immerhin eine Frage wäre abgeräumt: Mit Völler kann er sich sehr wohl vorstellen, konstruktiv zusammenzuarbeiten. Das war in den ersten WM-Aufräumtagen öffentlich bezweifelt worden. Doch offenbar hielte es Klopp für ganz gut, wenn jemand in seinem künftigen DFB-Orbit wäre, der den Verband und seine Besonderheiten schon bestens kennt.
Bei allen Absichtserklärungen, dass man den Kosmos Nationalmannschaft und den deutschen Fußball bestmöglich generell neu aufstellen muss, hat Klopp seinen Trainerinstinkt nicht verloren. Und der besagt, dass das nächste Spiel gewonnen werden muss. Strukturen schön und gut. Aber am 24. September gibt es ein Pflichtspiel in der Nations League in den Niederlanden. Gegen Oranje verliert niemand gerne, schon gar nicht zum Einstand.
"Es muss sich keiner da draußen Gedanken machen, sollte ich das machen, dass ich mich hinsetze und das Einzige, was mich interessiert, ist das erste Spiel gegen Holland. Aber bis zum Spiel gegen Holland wäre es wahrscheinlich genauso", äußerte sich Klopp vielsagend.