Schmalkalden - Es ist kein alltägliches Bild, das sich am Montag André Zeisberger und seinem Begleiter bot. Auf seinem Kontrollgang durch das Roßdorfer Revier entdeckte er das Skelett eines jungen Rothirsches. Sein erster Gedanke: ein Wolfsriss. So abwegig wäre das nicht. Neben einem Wolfsrudel bei Ohrdruf ist im benachbarten Wartburgkreis eine weitere Wölfin sesshaft geworden. Bereits im Februar vergangenen Jahres konnten Experten die Spuren des Tieres über einen Zeitraum von einem Jahr nachweisen, unter anderem in Weilar. Aufhalten soll sich die Wölfin im Gebiet um Zella/Rhön. Bis in den Bereich Pleß, wo Revierförster Zeisberger auf die Reste des Mahles stieß, ist es für einen Wolf nur ein Katzensprung. Der Rothirsch war etwa zwei bis drei Jahre alt und hatte ein Lebendgewicht zwischen 80 und 100 Kilogramm. Wenn ein Wolf zugeschlagen haben sollte, dann war das vor etwa einer Woche, schätzt Zeisberger. Vor ihm lag nur das Skelett. Was die Bestimmung letztendlich erschweren könnte, weil sich möglicherweise auch andere Tiere des Waldes an dem Rotwild gelabt haben könnten. Die Zentrale des Thüringen Forst ist jedenfalls informiert und die entscheiden, ob sich eine aufwendige genetische Untersuchung lohnt.