Für den Sonneberger Moritz Michel Ein Foto, ein Sieg, eine Mannschaft

Per Whatsapp ins Krankenhaus: Mit dem Trikot von Moritz Michel schießen die Sonneberger (von links) Paul Krüger, Luis Stellmacher, Lance Hertel, Frederik Leis, Denny Engelhardt und Hannes Schreck nach dem Samstagsspiel noch in der Kabine einen Fotogruß für ihren verletzten Mitstreiter. Foto: /Verein

Im Match gegen den 1. Suhler SV 06 verletzt sich der Sonneberger Moritz Michel so sehr, dass er mit dem Krankenwagen sofort in die nahe gelegene Klinik gebracht werden muss. Warum seine Mannschaft nun aber erst richtig Gas gibt, haushoch gewinnt und noch in der Kabine an den Mitstreiter denkt.

 
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Der 1. FC Sonneberg 2004 liegt im Uralt-Klassiker gegen den 1. Suhler SV 06 schon seit nunmehr gut 20 Spielminuten mit 2:0 vorn. Kapitän Hannes Schreck (24.) sowie Jungspund Philipp Wittmann (33.) hatten die Tore erzielt. Mittlerweile sind die Kontrahenten in der 54. Spielminute angekommen. Da will Moritz Michel einen Ball auf Höhe der Sonneberger Trainerbank annehmen. Sein Coach Ronny Röhr steht zum Greifen nahe in seiner „Zone“ und sieht das Unheil ganz genau: „Er ist ohne gegnerische Einwirkung falsch mit dem Schussbein aufgekommen und zu Boden gegangen.“ Mehr kann er zu dem Vorfall gar nicht sagen; zu sehr sind er und seine Mitstreiter nun damit beschäftigt, sich um den 21-jährigen Abwehrrecken zu kümmern.

Das schmerzverzerrte Gesicht sagt schon viel. Wenig später steht fest: Moritz Michel muss sofort ins Krankenhaus. Schnell muss sich Luis Stellmacher die Trainingsjacke ausziehen und für ihn aufs Feld. Das Spiel ist kurz unterbrochen.

„Die Mannschaft war natürlich erst mal geschockt“, berichtet Röhr. Doch wie seine Männer auf dem Feld nun reagieren, ist großartig. Sage und schreibe mit 6:1 fertigen sie die ehemaligen Bezirkshauptstädter ab. Röhr lehnt sich nun weit aus dem Fenster und meint: „Diesen Sieg haben sie hauptsächlich für ihn (Moritz Michel/Anm. d. Red.) geholt.“ Ohne zunächst genau zu wissen, was sich Michel nun genau getan hat, befürchtet der Trainer: „So wie es ausschaut, wird es eine längere Pause nach sich ziehen“, meint er und bedauert zu tiefst: „Dabei waren wir die letzten Wochen extrem gut drauf.“

Den Montag verbringt der angehende Polizist Moritz Michel, der im vergangenen Jahr von Sonneberg zu Kreisoberligist Schönbrunn, in diesem Jahr aber schon wieder zurück in die Spielzeugstadt gewechselt war, mit diagnostischen Untersuchungen (MRT, Röntgen etc.). Am späten Abend dann die Nachricht: „Nichts gerissen, nichts gebrochen. Er hat wohl Glück im Unglück gehabt. Außenband und Meniskus sind nicht futsch; dafür macht sich ein fetter Bluterguss auf seinem Bein breit.“ So lauten die offiziellen Worte seitens des Vereins. Sechs bis acht Wochen soll er nun erst mal genesen. fri

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