FSV Martinroda Junger Torwart: Fühle mich immer wohler

Voll in Action: Martinrodas junger Torwart Felix Nicolai macht hier im Mittwochabend-Punktspiel eine weitere Chance für Foto: Gerhard König

Felix Nicolai, Torwart von Fußball-Oberligist FSV Martinroda, über das Spiel in Erfurt, seine Leistung dort und sein aktuelles Standing.

Martinroda - Zu den positiven Aspekten, die es beim FSV Martinroda trotz der klaren 0:3 (0:2)-Niederlage und des eindeutigen Spielverlaufs am Mittwochabend beim FC Rot-Weiß Erfurt dennoch gab, zählt die Leistung von Torwart Felix Nicolai. Der erst 20-jährige Keeper konnte bei den drei Gegentoren zwar nichts machen, verhinderte aber mit einigen tollen Paraden weitere Erfurter Treffer und gab so der Hoffnung Auftrieb, dass beim Fußball-Oberligisten aus dem südlichen Ilm-Kreis nun endlich jene Stabilität auf der Torwartposition einziehen könnte, die für diese Spielklasse so dringend nötig wäre.

Der junge Torwart kommt selbst aus Erfurt und war vom damaligen Trainer Robert Fischer noch im B-Junioren-Alter nach Martinroda geholt worden. Wegen seiner Zeit bei der Bundeswehr konnte er zwischenzeitlich nicht kontinuierlich trainieren und spielen. Jetzt aber sieht er einer Ausbildung in der Baubranche entgegen. Wir sprachen mit ihm nach der Partie am Mittwochabend.

Felix Nicolai, Sie haben ja ihre jüngere Nachwuchszeit beim FC Rot-Weiß absolviert. Hatten Sie damals eigentlich schon mal im Steigerwaldstadion spielen dürfen?

Nein – das war heute meine Premiere hier! Es hat riesigen Spaß gemacht, denn es war eine unglaubliche Atmosphäre. So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Das soll man jetzt bitte nicht falsch verstehen – aber in so einem Stadion eine solche Stimmung zu erleben, das ist dann schon etwas anderes als im Sportpark Martinroda.

Hat das Lampenfieber bei Ihnen erzeugt? Waren Sie sehr nervös?

Naja, vielleicht fünf Minuten lang, da musste man sich erst mal an diese besondere Situation gewöhnen. Dann habe ich aber gut ins Spiel reingefunden.

Und zwar so gut, dass Sie gleich drei Riesenchancen der Gastgeber zunichte gemacht haben, davon zwei in 1:1-Situationen. Eine bemerkenswerte Abgeklärtheit, die Sie da bewiesen haben und die man sich als Torwart ja auch erst mal aneignen muss ...

Das ist vor allem eine Frage der kontinuierlichen Spielpraxis. Ich kann jetzt wieder regelmäßig auf dem Platz stehen, und das macht großen Spaß. Von Spiel zu Spiel fühle ich mich wohler. Und wenn einem dann noch solche Aktionen gelingen, wie Sie sie ansprechen, dann gibt das Selbstvertrauen, und dann ist man auch im Spiel.

Wie würden Sie selbst aus Ihrer Perspektive vom „Kasten“ aus dieses Spiel Ihrer Mannschaft einschätzen? Ergebnis und Spielverlauf waren eindeutig, aber auch nicht wirklich überraschend?

Der FC Rot-Weiß Erfurt hat natürlich seine Qualitäten und diese auch voll ausgespielt. Ich denke aber, mit unserem Einsatz kann man zufrieden sein. Wir hätten ja in der Schlussphase fast noch das Anschlusstor gemacht. Und mir persönlich kam auch unser System mit der Fünferkette sehr entgegen, denn dann hat man als Torwart auch mehr Möglichkeiten zum Anspielen. Dass dann in der Nachspielzeit noch ein drittes Gegentor fällt war dann leider ziemlich ärgerlich.

Nun folgt am Sonntag das Spiel gegen den FC Grimma – eigentlich ein gestandener Oberligist, der aber etwas überraschend momentan Vorletzter ist, sodass dieses Spiel zum Kellerduell wird. Auf was wird es dabei speziell ankommen für Euch?

Das ist schwierig zu sagen, denn ich habe bisher noch gar nicht gegen Grimma gespielt. Das ist also etwas Neues für mich und schwer zu beurteilen. Ich denke ganz allgemein: Wir spielen zu Hause und darin liegt unsere Chance. Dazu müssen wir vor allem Sicherheit und Selbstvertrauen in der Abwehrkette bekommen. Das ist nicht ganz einfach, weil unsere bisherigen drei Gegner ziemliche Kracher gewesen und wir da immer extrem gefordert worden sind. Was nun jetzt mit Grimma los ist, das ist schwer vorauszusagen. Deshalb muss die Devise weiter lauten, jeden Punkt, der irgendwie zu kriegen ist, auch mitzunehmen.

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