Frühjahrsputz im Haseltal Müllsäcke mit Briefen und Adressen

Wie viel Müll in nur einem Jahr in der Natur landet, das mussten die freiwilligen Sammler im Haseltal auch beim diesjährigen Frühjahrsputz wieder feststellen. Auch Anzeigen wurde erstattet.

Wegen der Beschränkungen in der Pandemie dezentralisierten die Organisatoren in der Stadtverwaltung die Aktion und weiteten den einst eintägigen Frühjahrsputz über mehrere Wochen aus. Wie eine Stadtsprecherin mitteilt, dauerte er diesmal von Mitte März bis zum 1. Mai. Nun wurde Bilanz gezogen und die sei zumindest in einer Hinsicht erfreulich: Immer mehr Vereine, Privatinitiativen und Schulklassen beteiligen sich. Das lässt hoffen, dass die illegalen Entsorger weniger werden, aber noch gebe es von ihnen offensichtlich zu viele.

„Es ist wirklich abartig, wie der Wald seit Jahren als Müllhalde missbraucht wird. Es war so viel Müll, dass ich ihn nicht nach Hause tragen konnte und am Waldrand stehen lassen musste“, schrieb etwa die Bermbacherin Luise Stüber an das eigens dafür eingerichtete E-Mail-Postfach der Stadt.

Für einen nachhaltigeren Effekt widmeten die Lehrerinnen der Grundschule der Aktion einen Projekttag. Auch die Schüler seien über die Müllmengen erstaunt gewesen, berichtet Lehrerin, Katrin Böttger. Traurig seien sie darüber gewesen, dass so viele Scherben herumlagen, an denen sich Tier verletzen können. Prävention in der Jugend sei ein wichtiger Hebel, der Menschen später umsichtiger agieren lässt, freut sich Bürgermeister, Markus Böttcher, über dieses Engagement. Sogar die Vorschulkinder des Viernauer Kindergartens beteiligten sich am Frühjahrsputz.

Wie jedes Jahr, stiegen auch die Angler des Fischereivereins Haselgrund in ihre Wathosen und suchten den Bachlauf der Hasel, vom Ortseingang Unterschönau bis in die Lindenstraße, nach Müll ab und wurden fündig. Reichlich Hausmüll, Sperrmüll, Metallschrott und Elektrogeräte zogen sie aus dem Wasser und noch eines fiel ihnen auf. „Wir haben wesentlich mehr Hundekotbeutel gefunden haben, entschieden mehr als in der Vergangenheit“, sagt Vereinsmitglied, Alexander Luck.

Die Kollegen der Nabu-Ortsgruppe nahmen sich dem Ufer der Schönau an und fanden, laut dem Vorsitzenden Andreas Marr, vorwiegend Glas und Plastik. Aber auch Schaumstoffmatratzen und eine alte Schreibmaschine lagen am Rand des Radweges. Auch die Viernauer Geocacher

Für einige Umweltsünder zieht die Aktion handfeste Konsequenzen nach sich. In einem der gefundenen Müllsäcke seien Schriftstücke mit Adressen gefunden worden, berichtet Maria Walther vom städtischen Ordnungsamt. Dies sei sofort zur Anzeige gebracht wurden. Man gehe ausnahmslos jedem Fall von illegaler Müllentsorgung nach. Es handele sich dabei um Ordnungswidrigkeiten, so Walther. Stadtchef Böttger dankte den zahlreichen Helfern in diesem Jahr. Weil es so viele waren, werden diesmal keine Preise verlost, Stattdessen wolle er allen, die ihre Berichte und Fotos eingereicht haben, ein kleines Dankeschön zukommen lassen, versprach er.

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