Das übernahm nun sein ältester Sohn, Don Jr., bei X. „Was ich wissen will ist, wie Dr. Jill Biden den metastasierenden Krebs im fünften Stadium übersehen konnte“, schrieb er dort und trug damit zu einer bereits entbrannten Online-Debatte bei. „Oder ist dies eine weitere Verschleierung?“ Jill Biden ist keine Medizinerin, sondern promovierte Erziehungswissenschaftlerin. Dass sie den Doktortitel so offen trägt, hat ihr immer wieder Kritik von Rechts eingebracht.
Neben den Trumps äußerten sich zahlreiche politische Weggefährten Bidens. Kamala Harris bezeichnete ihn bei X als „Kämpfer“, der „diese Herausforderung mit der gleichen Stärke, Unverwüstlichkeit und dem gleichen Optimismus angehen wird, die sein Leben und seine Führungsqualitäten immer geprägt haben“. Der demokratische Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, nannte seinen Parteikollegen bei X einen Mann „mit Würde, Stärke und Mitgefühl“, der es verdiene, „ein langes und schönes Leben zu leben“. Auch international gab es Bekundungen – etwa vom britischen Premierminister Keir Starmer.
Alter bei Diagnose ein wichtiger Faktor
Nach Angaben der renommierten American Cancer Society erkrankt etwa jeder achte Mann in den USA im Laufe seines Lebens an Prostatakrebs – ältere Männer sind deutlich häufiger betroffen. Die Krankheit ist dem Verband zufolge nach Lungenkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern; etwa einer von 44 Betroffenen stirbt daran. Die Sterberate ist in den vergangenen Jahrzehnten allerdings deutlich gesunken, was auf frühere Diagnosen und verbesserte Behandlungsmöglichkeiten zurückgeführt wird.
Laut der Mitteilung wurde Bidens Krebs mit einem Gleason-Score von 9 (Gradgruppe 5) eingestuft. Nach Angaben der American Cancer Society lässt dies auf eine besonders aggressive Form schließen, bei der ein rasches Wachstum und eine Ausbreitung wahrscheinlich sind. Moderne Therapien, etwa mit Hormonen, können das Fortschreiten verlangsamen und die Lebensqualität verbessern.
Für Biden ist das Thema Krebs eng mit familiären Erfahrungen verknüpft: 2015 starb sein ältester Sohn Beau im Alter von 46 Jahren an einem Hirntumor. Biden spricht in Reden immer wieder über diesen Verlust.