Hinzu kämen Guerillas und die Drogenkartelle. "Das hat Venezuela zum kriminellen Zentrum Amerikas gemacht", sagte Machado. "Wir bitten die Welt um Hilfe, um die Einnahmen (der Maduro-Regierung) aus illegalen Aktivitäten zu blockieren. Das ist es, was die Unterdrückungs-Struktur des Regimes stützt."
Wie geht es für Machado weiter?
Vor ihrer Reise nach Oslo lebte Machado aus Angst um ihr Leben seit mehr als einem Jahr weitgehend im Untergrund. Die venezolanische Staatsanwaltschaft hatte zuletzt angekündigt, Machado als flüchtig zu betrachten, sollte sie das Land verlassen. Bei einer Rückkehr nach Venezuela drohen ihr schwerwiegende Folgen wie die Verhaftung oder ein Einreiseverbot.
Die große Frage ist deshalb, wie es mit Machado nach ihrer Zeit in Oslo weitergehen wird. Das "Wall Street Journal" berichtete, dass es Machados Plan sei, sich zunächst auszuruhen und anschließend durch Europa zu reisen, um Unterstützung für die Opposition in Venezuela zu mobilisieren. Demnach ist auch ein Besuch in der US-Hauptstadt Washington geplant - und schließlich die Rückkehr nach Venezuela.
Machado selbst äußerte sich in Oslo nur vage zu ihren Plänen. Sie schaue von Tag zu Tag, wolle nun aber zunächst einige Stunden mit Kollegen, Freunden und ihren Kindern verbringen, sagte sie. Auch Arztbesuche stünden nach der langen Zeit im Untergrund an. Einige Treffen könnten "sehr nützlich sein" - bevor sie so bald wie möglich nach Venezuela zurückkehren werde, versicherte sie. "Ich werde zurück in Venezuela sein. Daran habe ich keine Zweifel."
Im Falle der Rückkehr wartet angesichts der Drohungen der Staatsanwaltschaft ein Showdown mit der Maduro-Führung auf Machado. Diese kritisierte die Nobelpreiszeremonie als politische Show. Vizepräsidentin Delcy Rodríguez sagte im Staatsfernsehen: "Das sah aus wie eine Totenwache, es war ein totaler Misserfolg. Die Show ist gescheitert, denn die Dame (Machado) ist nicht erschienen." Die Auszeichnung für die venezolanische Oppositionsführerin bezeichnete Rodríguez als einen "mit Blut befleckten Preis".